Kreatives aus der Schreibwerkstatt

Kreatives aus der Schreibwerkstatt

In der Schreibwerkstatt verfassen Studierende der Uni bei Prof. Jürgen Daiber Kurzgeschichten und Prosa. Wer Interesse hat, bei der Schreibwerkstatt mitzuwirken, findet auf der Website des Instituts für Germanistik mehr Informationen.

Wer schon einen Blick in die aktuelle 31. Ausgabe der Lautschrift geworfen hat, dem*der ist sicher aufgefallen, dass wir wieder die Schreibwerkstatt der Uni Regensburg mit dabei haben. Ins Heft geschafft hat es der Text von Veronika Gebertshammer »Loslassen«. Da wir im digitalen Heft leider nur Platz für einen der kreativen und sprachgewaltigen Texte hatten, wollen wir hier noch vier weiteren Autorinnen eine Plattform für ihre Werke geben.

Kreatives aus der Schreibwerkstatt

Kreatives aus der Schreibwerkstatt

In der Schreibwerkstatt verfassen Studierende der Uni bei Prof. Jürgen Daiber Kurzgeschichten und Prosa. Wer Interesse hat, bei der Schreibwerkstatt mitzuwirken, findet auf der Website des Instituts für Germanistik mehr Informationen.

Wer schon ein Blick in die neue, 30. Ausgabe der Lautschrift geworfen hat, dem/der ist sicher aufgefallen, dass wir auch dieses Wintersemester wieder die Schreibwerkstatt der Uni Regensburg mit dabei haben. Da wir im digitalen Heft leider nur Platz für einen dieser kreativen und sprachgewaltigen Texte hatten, wollen wir hier noch fünf weiteren Autor*innen eine Plattform für ihre Werke geben.

Seehund 127

Der Seehund kommt auf der Nordhalbkugel im Atlantik und Pazifik vor. Er bevorzugt Küsten mit trockenfallenden Sandbänken, auf denen er vor Feinden sicher ist. Man findet ihn aber auch an geschützten Felsküsten.

Mule Medley

Runway, City, Houses, Cloudsund du, verloren zwischen dem Grau des Himmels und dem der Straßenzüge, die sich wie Endlosschleifen um deinen Hals legen und dich als Ornament von den Autobahnbrücken baumeln lassen.

Zurück

Durch das geöffnete Zugfenster trägt der Wind den frischen, herben Geruch des vorübergezogenen Gewitters herein. Einzelne verschwitzte Strähnen kleben in meinem Nacken, durch die staubigen Scheiben betrachte ich das goldene Halblicht, das die Rückkehr der Abendsonne ankündigt.

Auf einen Schlag

Aufgelöst stand ich in der kühlen Nachtluft, die zitternden Hände krampfhaft um das Balkongeländer gekrallt und dachte über den vergangenen Abend nach. War ich wirklich so ein Mensch? Verbittert wanderte mein Blick von dem friedvollen Innenhof auf die geschwollene Rötung meiner rechten Handinnenfläche, nur um sich dann angewidert abzuwenden.

Die letzte Nacht

Sie ließ ihre Augen durch das Zimmer wandern und hielt inne beim Blick auf den Blister mit den Tabletten und einem Glas Wasser direkt vor ihr auf dem kleinen, sonst nackten Tischchen neben dem Bett. Es war alles vorbereitet für ein Ende des alten Lebens. Die Wände waren frisch gestrichen und der Geruch der Farbe, irgendwie neu und eine Spur bitter, lag in der Luft. In der Ecke hinter der Tür hatten sich ein paar noch schlammige Tropfenklumpen gebildet, die im gedimmten Licht feucht schimmerten. Wenn man länger darauf schaute, sahen sie aus wie ein entferntes, verzerrtes Gesicht. Aber da war niemand. Sie war allein.
<strong>stories</strong> | 0151/3578164

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Beißende Geruchsschwaden von Fäkalien und Unverdautem zogen als stille Zeugen durch den Flur, als er die Eingangstür der Toilette mit einem dumpfen Krachen ins Schloss fallen ließ und die Lichter löschte. Vorsichtig, an den nach innen nachgebenden Türen entlang tastend, erreichte er die letzte Kabine. Er holte sein Handy hervor und beobachtete kritisch den immer schmaler werdenden Empfangsbalken. Das klinische Blau des Displays pulsierte matt in das ihn erdrückende Schwarz. Er streckte seinen Arm gegen die ihm gegenüberliegende Trennwand, bis er unter den zahlreichen farbenprächtigen und elaborierten Versprechungen jeglicher erdenklicher sexueller Praktiken und Wünsche, seine eigene schüchterne und lakonische Handschrift ausmachen konnte: Bin neu hier