Ein Gedicht davon, was es für ein Privileg ist, jemanden kennenlernen zu dürfen.

von Esther Nußstein

Ich will so viel mehr wissen,

als deine Augenfarbe,

mehr kennen als deinen Geruch auf meinem Kissen,

neben deinem linken Auge die kleine Narbe.

Ich will stundenlang dein Gesicht ansehen,

es auswendig lernen, viel lieber als den Klausurstoff,

will jedes Detail davon in mir aufnehmen,

deine tiefsten Ängste und Wünsche verstehen.

Bitte sag mir, was du denkst,

was du hasst und was du liebst,

zeig mir die Welt wie du sie siehst,

ich werd’ dein Herz hüten, wenn du’s mir schenkst.

Ich weiß schon ein bisschen was,

dass du Streusel magst und Emails nicht,

aber noch lang nicht genug…

ich weiß du bist lustig und ich weiß du bist klug –

Lieblingsfarbe, -Zahl, Geburtstag – ich will so viel mehr als das.

Deine Eigenarten, Ticks, Routinen

all das will ich beim Namen nennen,

all das will ich schätzen und lieben

– was für ein Privileg dich zu kennen.


Titelbild © Esther Nußstein

Ein Kommentar zu „Ein Privileg dich zu kennen“
  1. Ein Seminar war nicht der Ort,
    an dem ich dich erwartet hätt‘.
    Paar Blicke hier, ein Lächeln dort,
    ein Interesse war geweckt.
    Ein erstes Treffen, ein erster Kuss,
    die kurze Nacht, kleine Blessuren.
    Auf der Haut trag ich noch Spuren,
    durch die ich an dich denken muss.
    Wie süß schmeckt der Gedanke dran,
    zu wissen, dass ich unter allen,
    die versuchen dich zu kennen,
    wohl am besten hab gefallen.
    Ich hab nicht nach dir gesucht,
    jetzt merke ich, mein Herz ist dein.
    Worauf habe ich noch gewartet?
    Ich will mit dir zusammen sein.

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