Rikas – die Beach Boys aus Schwaben

Rikas – die Beach Boys aus Schwaben

Vor ziemlich genau einem Jahr hat es mich bei typischem Regensburger Winter- Nebel-Wetter auf ein Konzert einer mir damals noch unbekannten Band in der Heimat Bar verschlagen. Die kuschelige, beinahe familiäre Stimmung in der echt winzig kleinen Bar, die bei knapp hundert Gästen beinahe aus allen Nähten platzte, hätte dennoch kaum besser sein können. Der sonnige, sommerliche Sound, bei dem man sich ganz einfach für ein paar Stunden aus dem regnerischen, kalten Deutschland direkt an den Strand inklusive Palmen und Hawaii-Outfit träumen kann, haben mich überzeugt und seitdem bin ich großer Fan der Rikas.

Neue Blickwinkel statt rosaroter Brille

Neue Blickwinkel statt rosaroter Brille

Neue Corona-Virus-Fälle in Deutschland, erneute Luftangriffe auf bereits völlig zerstörte Städte in Syrien oder wieder ein Neonazi-Anschlag. Man scrollt morgens beim ersten Kaffee durch eine x-beliebige Nachrichtenapp und beim Lesen der Neuigkeiten vergeht einem direkt der Appetit aufs Frühstück. Isolde Hilt hat dieser destruktive und immer um die gleichen Krisenszenarien kreisende Mediendiskurs gestört; vor drei Jahren gründete sie das Nachrichtenportal good news for you. Dass das nichts mit Beschönigen oder Verharmlosen zu tun hat, sondern mit konstruktiver und wertschätzender Berichterstattung, haben mir Isolde Hilt und ihr Kollege Florian Roithmeier im Interview erklärt.

Ode an eine Bruchbude

Ode an eine Bruchbude

Ob Loch in der Wand des WCs, eine Garage, die jede/n TrödelhändlerIn glücklich machen würde oder ein Vorhang statt einer Eingangstür. Meine WG im Clermont-Ferrand gab mir schon so einige Gründe, um mich aufzuregen. Aber seien wir mal ehrlich: So nervig manche bauliche Eigenschaften diese merkwürde Altstadtwohnung auch waren, für einmalige Erinnerungen und Lacher hat mein damaliges Heim allemal gesorgt. Eine Ode an eine liebenswürdige Bruchbude.

Buchrezension: »Wir Herrenmenschen. Unser rassistisches Erbe: Eine Reise in die deutsche Kolonialgeschichte« von Bartholomäus Grill

Buchrezension: »Wir Herrenmenschen. Unser rassistisches Erbe: Eine Reise in die deutsche Kolonialgeschichte« von Bartholomäus Grill

Deutschland und der Kolonialismus – das waren doch nur kurzzeitige Safari-Abenteuer in Afrika und der Südsee, die wahren Imperialisten waren ja die Franzosen und die Briten. Oder? Bartholomäus Grill gibt in seinem 2019 erschienenen Buch Wir Herrenmenschen. Unser rassistisches Erbe: Eine Reise in die deutsche Kolonialgeschichte nicht nur einen Einblick in ein weiteres düsteres Kapitel der deutschen Geschichte, sondern schildert auch anschaulich dessen Spätfolgen bis heute. Eine Rezension über ein Werk, das aufgrund der erschreckenden Aktualität seines Themas lesenswert ist.

Von lachenden Kackhäufchen und pornorösen Auberginen

Von lachenden Kackhäufchen und pornorösen Auberginen

2015 verbannte Instagram das Auberginen-Emoji aus der App. Es sei zu sexistisch und würde von den meisten Nutzern mehr für den Dirty Talk als für Kochanleitungen oder Einkaufslisten verwendet werden. Auch auf die Größe käme es an: Die WhatsApp-Aubergine sei größer als die iOS-Aubergine – Missbrauch in seiner schlimmsten Form. Man nehme sich auch vor dem Wurst-Emoji in Acht – nicht dass noch jemand wegen fahrlässigem Sexismus angeklagt wird. Denn nicht jedes digital verschickte Bildchen ist wurst. Zumindest die aktiven »InstagramerInnen« unter uns können aufatmen: Laszive Bananen, pralle Maiskolben und wohlgeformte Pfirsiche bleiben. Vorerst.

Jam-Session mit dem Teufel

Jam-Session mit dem Teufel

Stellt Euch vor, plötzlich kommt der Teufel bei Euch reingeschneit und will Rache für etwas, das Euer Ururururururhochzweigroßvater damals »vor 885 plus 116 minus 1 macht 1000« Jahren verbockt hat. Genauso geht er Hans Steiner, der eigentlich das Jubiläum des Baubeginns der Steinernen Brücke feiern möchte. Basierend auf der stadtbekannten Saga um den Bau des Regensburger Wahrzeichens, hat das Theater Regensburg in Koproduktion mit Scrooge GbR seine zweite Regensburger Rockreview auf die Bretter des Velodroms gebracht. Die Premiere von »Jenseits von St. Emmeram«, inszeniert von Marc Becker und unter musikalischer Leitung von Gerwin Eisenhauer, am 8. Februar lässt uns mit einem diffusen Gefühl zwischen unterhaltsamem cringe, Heimatgefühl und mitwippenden Zehen zurück.

Umweltfreundlichkeit und eine ominöse Firma – Neues aus der Studentenstadt Pentling

Umweltfreundlichkeit und eine ominöse Firma – Neues aus der Studentenstadt Pentling

Die Studentenstadt Pentling bietet StudentInnen fast alles. Trotzdem verbinde ich mit ihr eine Art Hassliebe. Nicht, weil sie mir auf meinen einundzwanzig Quadratmeter ein Dach über dem Kopf bietet oder weil sie mit humanen Preisen noch bezahlbar ist. Oder weil ich jedes Mal aufgrund ihrer Lage zwanzig Minuten oder mehr im Bus verbringen muss, um in die Uni oder in die Innenstadt zu kommen. Nein. Wegen ganz anderen Dingen, die mich und alle anderen Parteien des Hauses wahnsinnig machen können. Oder könnten, weil sie nur mir passieren…