Hinter verschlossenen Türen

Sich versehentlich aus der Wohnung auszuschließen, das kann ja mal passieren. Immerhin ist da auch klar, wo man die Schusseligkeit suchen muss: Bei sich selbst. Letztens habe ich mich allerdings auf eine etwas andere Art ausgesperrt – unwissend und vor allem unverschuldet…

von Selina Roos

Heute geht es um mein Fahrrad, das ich in meinem Wohnhaus im Regensburger Westen diebstahl- und frostsicher abgestellt habe. Das war zumindest mein Ziel, über das ich aber blöderweise deutlich hinausgeschossen bin. Jetzt ist es nämlich unfreiwillig auch vor meinem eigenen Zugriff geschützt, aber dafür muss ich ein wenig ausholen.

Vor ein paar Wochen, als sich der Herbst noch von seiner sehr schönen, goldenen Seite zeigte, wollte ich es retten, mein Fahrrad. Es war absehbar, dass die Tage jetzt kürzer und vor allem nasser werden und ich das Radl meist zuhause lassen würde. Da machte ich mir nichts vor. Also beschloss ich, es umzuparken, bevor es im nassen Herbstwetter anrosten oder gar einfrieren konnte. Vom Freiluft-Parkplatz im Innenhof, der leider nicht überdacht ist, musste es also in den Fahrradkeller meines Wohnhauses gehen. Der kleine Umzug verlief reibungslos und das Radl schien den Ortswechsel auch gut verkraftet zu haben. Beruhigt und zufrieden schloss ich die Tür hinter mir. Etwa zwei Wochen später wollte ich das Radl dann wieder ein wenig ausführen, denn ich hatte einen Termin in Königswiesen, wohin sich die Busverbindung von mir aus als ziemlich umständlich gestaltet. Da nehme ich doch das Rad, klar! Gut gelaunt marschierte ich also in den Keller und musste dort etwas feststellen – die Tür zu diesem Kellerflügel (ja, ist ein großer Keller) ließ sich nicht mehr aufschließen. Zumindest nicht mit meinem Schlüssel. Der Türknauf samt Schloss kam mir auch verdächtig neu vor… Zwar wurde in letzter Zeit öfter mit dem Abschließen des Waschraums gedroht, der gleich nebenan ist, aber zu einem Austausch der Türschlösser des ganzen Flügels hatte ich definitiv keinen Aushang gesehen. Na super.

Vielleicht stehe ich auch einfach total auf dem Schlauch, denn der Schlüssel passt eigentlich schon. Nur geht die Tür damit nicht auf, was eben der wichtigste Zweck eines Schlüssels ist. Ich habe schon viel gerüttelt und gezogen, man kann ja schließlich nie wissen, wie schwer so manche Kellertüren sind. Es hat sich aber nichts bewegt. Zurzeit bin ich also gezwungenermaßen eine rad- und ratlose Person (wow). Denn die Ursache und die Lösung des Problems liegen – mit ziemlicher Sicherheit – nicht bei mir.

Mit diesem (etwas frustrierenden) Zwischenfazit gebe ich ab an Wohnsinn-Neuling Alex, der euch
nächste Woche von seinen kuriosen Alltagsgeschichten berichten wird.

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