Die Qual der Wahl

Kommenden Dienstag ist es wieder soweit: Die Hochschulwahlen stehen vor der Tür. Ihr habt noch keine Ahnung, wen ihr da wählen sollt? Keine Panik! In unserem Interview erklären Vertreter der Hochschulgruppen, wofür sie stehen und warum ihr gerade ihnen eure Stimme geben sollt.

 

Was läuft derzeit schief an der Uni Regensburg? Was muss sich ändern?

Jonathan Narjes (LAF/ Jusos-Hochschulgruppe):

»Die Erhebung des Auslagenersatzes und die immer häufiger in den Prüfungsordnungen verankerten Anwesenheitspflichten sind sicherlich polarisierende Beispiele, die es mit aller Kraft zu bekämpfen gilt. Zudem hinkt die Universität in Sachen Gleichstellung und Inklusion um Jahre hinterher. Im nächsten Semester müssen wir wohl aufgrund der Sperrung der Tiefgaragen eine katastrophale Anspannung der Parkplatzsituation erwarten. Die ÖPNV-Verbindung zur Universität ist bisher schon stark überstrapaziert. Trotzdem wird es durch die Verlegung des Campus Prüfening an den Galgenberg zu noch mehr Fahrgästen auf dieser Strecke kommen. Außerdem müssen Fahrgäste aus dem Stadtosten bislang komplizierte Umwege zur Universität in Kauf nehmen. Zudem fehlen an der Universität Strukturen, die eine moderne Universitätsstadt bieten sollte. Es fängt damit an, dass es für Studierende in der Stadt keine flächendeckende Vergünstigung für kulturelle Veranstaltungen gibt und hört damit auf, dass Studierende ihren Kaffee nicht mehr mit in die Bibliothek nehmen dürfen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Universität immer weiter von dem Ideal einer freien, selbstbestimmten Bildung entfernt und auch sonst wenig Strukturen bietet, welche die Universität und Stadt zu einem attraktiven und der Zeit entsprechenden Hochschulstandort machen.«

 

Ludwig Lagleder (RCDS):

»Die Parkplätze reichen nicht, das Semesterticket wird immer teurer. Zeit, dagegen etwas zu unternehmen. Leider werden aktuell weniger studentische Themen angesprochen, sondern mehr Allgemeinpolitik betrieben. Wir werden uns dafür einsetzen, dass der Fokus wieder zurück auf die Studenten gelegt wird.«

 

Yasmin Hopp (Bunte Liste):

»Die drängensten Probleme sind unseres Erachtens gerade der Auslagenersatz, die mangelnden Mitbestimmungsrechte von Studierenden, sehr streng umgesetzte Prüfungsvorgaben, die immer öfter auftretenden Anwesenheitspflichten und dadurch die mangelnden Möglichkeiten zur Selbstbildung und -entfaltung.«

 

Warum sollte ich gerade euch wählen?

Ludwig Lagleder (RCDS):

»Der RCDS setzt sich für eine lebenswertere Uni ein: Ganz egal ob strikter Erhalt der Grünflächen, zeitnahe Sanierung der Toiletten oder Einführung von Mehrwegbechern in den Cafeten, um der Verschwendung bei Einwegbechern endlich Herr zu werden. Das sind unsere Positionen. Falls ihr mehr wissen wollt, kommt am Wahltag an unserem Infoständen vorbei!«


Yasmin Hopp (Bunte Liste):

»Die Bunte Liste ist die einzige parteiunabhängige politische Hochschulgruppe, das heißt, wir sind auch inhaltlich nicht an Programme von einer “Mutterpartei” gebunden. Gleichzeitig schöpfen wir aus einem tiefen Erfahrungsschatz, da Mitglieder der Bunten Liste seit vielen Jahren ihre in Universitätsgremien gemachten und anderweitigen Erfahrungen an die jeweils nächste Generation weitergeben konnten.«

 

Jonathan Narjes (LAF/ Jusos-Hochschulgruppe):

»Weil die sozialdemokratische Hochschulgruppe gegen diese Missstände entschlossen und mit einem umsetzbaren, konsequenten Programm antritt. Wir setzen uns für ein freies Studium ohne Anwesenheitspflichten ein und kämpfen dagegen im Senat, wie im Konvent. Die Abschaffung des Auslagenersatzes bleibt ebenso ein Hauptziel auf unserer Agenda. Außerdem ist es an der Zeit, ein Verkehrkonzept zu finden, was einer modernen Universitätsstadt gerecht wird: Im Sinne einer Reduzierung des Autoaufkommens an der Universität ist der Ausbau des ÖPNV besonders wichtig. Die Schaffung des Probebetriebes der Nachtbusse ist auch auf den konstanten Einsatz der Juso- Hochschulgruppe dafür zurückzuführen. Für die Nord-Süd-Achse muss ein Weg gefunden werden, diese Strecke hochfrequent zu bedienen. Die Parkplatzsituation muss entschärft werden. Für Personen mit einem besonderen Bedarf muss eine Parkfläche in unmittelbarer Nähe zur Universität zur Verfügung gestellt werden. Außerdem muss die Sperrung der Tiefgaragen mit einem neuen Parkgelände überbrückt werden. Die Parkplätze an der Continentalarena würden sich anbieten. Ein Buspendelverkehr müsste dann her. Ein fehlendes Gleichstellungskonzept ist nicht nur veraltet und frauenfeindlich, sondern bringt die Universität auch um hohe Summen an Fördergeldern. Diesen Missstand gilt es zu beseitigen. Ansonsten fordern wir den Ausbau des veganen und vegetarischen Essens, denn es kann nicht sein, dass dieses dauerhaft lediglich auf Reis- und Nudelbasis angeboten wird. Ebenso fordern wir ein Bier, das schmeckt, erschwinglich ist, und nicht von Rechtspopulisten gebraut wird. Ein Kulturticket für Studierende ist wichtig, um diese an dem reichhaltigen, jedoch oftmals unerschwinglichen kulturellen Angebot der Stadt teilhaben zu lassen.

 

Warum sollte ich überhaupt bei den Hochschulwahlen meine Stimme abgeben?

Yasmin Hopp (Bunte Liste):

»In der Studierendenvertretungsarbeit wird den jeweiligen Studierenden immer wieder vorgeworfen, dass hinter ihren Anliegen ohnehin nur ein sehr kleiner Prozentsatz aller Studierenden stünde. Je höher die Wahlbeteiligung ist, desto höher wird die Legitimation der Studierendenvertretung gegenüber der Hochschulleitung.«

 

Jonathan Narjes (LAF/ Jusos-Hochschulgruppe):

»Die Missstände werden sich nicht von alleine auflösen. Es ist unerlässlich, dass sich eine starke, kritische Studierendenschaft gegen diese Missstände einsetzt. Eine hohe Wahlbeteiligung ist wichtig für eine starke Legitimation der Gewählten gegenüber der Hochschulleitung und ProfessorInnenschaft. Geht zur Wahl! Kämpft damit für eine freie, selbstbestimmte Bildung und eine moderne Universität!«

 

Ludwig Lagleder (RCDS):

»Wir sind deine Interessenvertretung. Denkt daran – eine hohe Wahlbeteiligung versetzt dem Konvent und den studentischen Vertretern in Senat den nötigen Nachdruck und stärkt die Stimme der Studentenschaft gegenüber der Hochschulleitung! Deine Uni! – Deine Stimme! – Deine Entscheidung!«

 

 

 

Slideshow von links nach rechts: LAF/ Jusos-Hochschulgruppe: v.l.n.r.: Jonathan Narjes, Leon Struve und Amelie Albrecht | Bunte Liste: 1) Nadine Randak, 2) Dominik Graf | RCDS: v.l.n.r.: Ludwig Lagleder, Lena van Bracht und Johannes Schlapschy

Fotos: von den jeweiligen Hochschulgruppen gestellt
Beitragsbild: Uni Regensburg

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