Ein Fest für Filmliebhaber

»Radikal und kontrovers«: Das Regensburger Filmfest Heimspiel findet dieses Jahr nun schon zum siebten Mal statt und wird, wie jedes Jahr aufs Neue, eine bunte Mischung aus Filmliebhabern in die Regensburger Altstadtkinos locken. Im Interview verrät Luise vom Heimspiel-Team, warum sich ein Besuch auf jeden Fall lohnt.

heimspiel

Lautschrift: Hallo Luise, wie ist die Stimmung so kurz vor dem Start des Filmfestivals?

Luise: Es sind natürlich alle schon sehr aufgeregt und freuen sich auf das Festival – vor allem, weil jetzt so langsam alles Form annimmt. Wir müssen natürlich auch noch einige Vorbereitungen treffen, damit auch während des Festivals alles gut läuft, aber wir freuen uns auf jeden Fall schon sehr!

Was ist das Besondere am »Heimspiel«-Filmfest?

»Heimspiel« ist ein studentisch organisiertes Filmfest unter der Leitung von Sascha Keilholz, der hier an der Uni am Lehrstuhl für Medienwissenschaften unterrichtet.
Dadurch, dass wir alle vier Altstadtkinos bespielen und über 60 Veranstaltungen haben, ist es gleichzeitig auch das größte Kino-Event Regensburgs.

In welchen Kinos wird das Filmfest denn stattfinden?

In den Kinos im Andreasstadel, im Ostentor, in der Filmgalerie und dieses Jahr ist auch das Garbo zum ersten Mal dabei, in dem wir im Rahmen des Festivals erstmalig einen 3D-Film zeigen.

Wie würdest du die diesjährige Filmauswahl in zwei Worten beschreiben?

Radikal und kontrovers.

Kontrovers ist ein gutes Stichwort. Dieses Jahr sollen ja einige Filme gezeigt werden, die sich mit aktuellen Themen wie zum Beispiel der Flüchtlingskrise befassen.

Ja das stimmt. Wir hatten letztes Jahr schon internationale und auch deutsche Highlights dabei- dieses Jahr kommt noch die Rubrik »Protestkino« dazu, die sich viel mit kontroversen, politischen Themen beschäftigt.

Aus welchen Leuten setzt sich denn die »Heimspiel«-Jury zusammen?

Wir haben ein festes Sichtungsteam aus Studenten, das gemeinsam in einem monatelangen Sichtungsprozess die Filme auswählt und bewertet.

Es gibt ja unzählige sehenswerte Filme – wie einigt man sich da auf die letztendliche Auswahl, die wir als Zuschauer dann in den Kinos zu sehen bekommen?

Der Fokus lag vor allem auf eher unkonventionellen Filmen, die man so in den Kinos vielleicht nicht zu Gesicht bekommen hätte.

Luise, du bist ja selbst Studentin – wie hast du es denn geschafft, die Organisation bzw. deine Aufgabe beim Festival und das Studium unter einen Hut zu bekommen?

Am Anfang war »Heimspiel« neben dem Studium vor allem auch ein guter Ausgleich für mich. Inzwischen muss natürlich noch einiges organisiert werden – wir befinden uns sozusagen in der »heißen Phase« vor dem Festival – aber eigentlich lässt sich das ganz gut vereinbaren.

Das Festival eröffnet heute, am 19. November. Was kommt da auf uns Zuschauer zu?

Nach unserem Eröffnungsfilm La Résistance de L’Air im Ostentor-Kino wird es außerdem ein Konzert der Band Dress direkt daneben in der Kinokneipe geben. Während der ganzen Woche gibt es außerdem unterschiedliche Podiumsdiskussionen und  viele Publikumsgespräche mit den Filmemachern oder Darstellern nach den Filmen und eine abschließende »Closing Night« mit Party.

In diesem Jahr ist die »Heimspiel«-Werkschau ja dem österreichischen Ausnahmeregisseur Ulrich Seidl gewidmet. Was kannst du uns über ihn erzählen?

Wir haben uns sehr gefreut, dass Ulrich Seidl gleich zugesagt hat, weil er ja wirklich ein sehr gefragter Filmemacher ist, auch auf internationalen Festivals. Für uns ist wichtig, dass Filmemacher ihren eigenen Stil und ihre eigene, vielleicht auch kontroverse Filmsprache haben und das hat er auf jeden Fall.

Du hast ja vorhin erwähnt, dass es auch dieses Jahr wieder die Chance geben wird, mit einigen Regisseuren und Darstellern ins Gespräch zu kommen. Wie wichtig ist beim »Heimspiel« der Aspekt der »Begegnung«, also der Dialog nach dem Film?

Uns war es sehr wichtig, viele Gäste Regisseure wie auch einige Darsteller der gezeigten Filme sowie Film-Kritiker – einzuladen, sodass man sich mit ihnen über die Filme unterhalten kann.

Warum sollte man als Regensburger Student das »Heimspiel«-Filmfest besuchen?

Meiner Meinung nach ist »Heimspiel« eine gute Möglichkeit, um eine Woche lang Filme zu sehen, die man größtenteils nicht einfach »streamen« kann (lacht).

Zu guter Letzt: Luise, was ist denn dein geheimer Filmfavorit?

Mein persönlicher Favorit ist der Film Ich seh, ich seh, der mich trotz meiner ursprünglichen Meinung zu Thrillern und zum deutschsprachigem Kino allgemein überzeugen konnte.

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Filme des Heimpiel-Festivals laufen vom 19. bis zum 25. November 2015 in den Regensburger Altstadtkinos. Programm unter http://www.heimspiel-filmfest.de. Für Studenten sind die Karten ermäßigt: Einzelkarten werden zum Preis von sechs Euro angeboten, Dauerkarten ermäßigt für dreißig Euro.

Das Interview führte Sarah Marcinkowski.

 

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar