Wohnsinn-Kolumne: Der Wahnsinn zwischen Yoga, Balkonien und Mexikoabend

Während der Quarantäne-Zeit muss man sich schon einiges einfallen lassen, um sich nicht zu langweilen – dachte ich zumindest anfangs. In unserer WG haben wir das ganz gut geschafft, wie ich finde. Wir leben gerade zu dritt in einer Vierer-WG, da sich unsere vierte Mitbewohnerin leider bei sich daheim mit ihrer Familie in München in Quarantäne befindet. 

von Olivia Bayne
 
Unser jetziger Alltag fühlt sich ein bisschen so an, als würden wir das Rentner-Leben schon ein wenig austesten – wenn da nicht die Mexikoabende wären! 
 
Aber erst einmal zu unserer täglichen Routine: Jeder ist für sich bis 12 Uhr und verbringt den Vormittag wie er mag. Bei mir handelt es sich um eine Mischung aus Lesen, Yoga, Sport oder doch einfach mal ausschlafen. Danach wird gemeinsam auf dem Balkon gefrühstückt und die restliche Tagesplanung besprochen. Die gestaltet sich immer unterschiedlich: Mal wird gelesen, gemalt, gesonnt, ab und zu fahren wir in den Wald, um dort zu lesen, malen, uns zu sonnen. Podcast wird auch manchmal gehört, Sudokus gelöst oder Familienkaffeeklatsch über Zoom veranstaltet. Wochenhighlight ist dann zum Einkaufen in die Stadt zu radeln. Seit einer Woche machen wir das nicht nur für uns, sondern über die ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe auch für ältere Herrschaften, denen es zurzeit nicht möglich ist, einkaufen zu gehen. Das Handy bleibt oft fast den ganzen Tag ausgeschaltet. Ich habe das Gefühl, uns geht es besser denn je! 
 
Dieses Hochgefühl erfährt nur am nächsten Morgen eines ausgelassenen Mexikoabends einen Dämpfer, die sich folgendermaßen gestalten: Es wird ein feurig scharfes Fajitagemüse-Pfännchen gezaubert, dazu Nachos, es werden Guacamole und eine schön würzige Salsa zusammengemischt. Dazu wird traditionelle mexikanische Musik gehört! Irgendwann wird dann brauner Tequila mit Zimt und Orangen aufgetischt – was ich übrigens jedem/r sehr empfehlen kann, da meiner Meinung nach diese Kombination viel besser schmeckt als die Zitrone-Salz-Variante. Irgendwann wandert dann das kecke Sombrerohütchen der Flasche auf den Kopf einer meiner Mitbewohnerinnen, »eigentlich ist Tequila doch ganz geil«, ¡Viva Mexico! 
 
Geplant sind noch viele weitere Abende, vor allem um noch andere Nationalitäten und ihre Gerichte auszutesten. Wenn wir schon nicht in die Welt gehen können, holen wir sie eben zu uns nach Hause!
 
 

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