Ratisbonnais Au revoir Regensburg!

Unsere Autorinnen Olga Lévesque und Lisa Tristan kommen aus dem Zentralmassiv im Herzen Frankreichs. Schon seit Oktober wohnen die beiden in Regensburg und haben die Stadt genauso wie die Eigenheiten ihrer Bewohner seitdem immer mehr ins Herz geschlossen. Im letzten Teil ihrer Kolumne nehmen sie Abschied von der Stadt am Weißwurstäquator.

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Foto: Olga Lévesque

 

Liebes Regensburg,

Wir verlassen dich. Es ist nicht deine Schuld, die Zeit ist einfach zu schnell vergangen. Aber sei dir dessen sicher: Du hast uns unser Herz geraubt!

Dein süßer Dialekt und deine bunten Gässchen haben uns gleich gefallen. Von Anfang an hast du das volle Programm abgezogen: Die Sonnenuntergänge, die schöne blaue Donau oder der Blick von deinen Höhen. Deine Schönheit lässt sich einfach an unendlich vielen Orten bewundern. Lass dir niemals von jemandem sagen, dass du hässlich aussiehst!

Uns war fast schwindelig, so schnell haben wir uns in dich verliebt. – Vielleicht lag es aber auch nur an deinen vielen Kneipen. Diese Kneipen und Bars, von denen man an einem Abend von einer zur anderen schlendert und die Nacht kein Ende nehmen will. Du hast uns an Unterhaltung alles geboten, was möglich gewesen ist. Vom chilligen Grillen auf der Jahninsel über spontane 90er-Partys im Scala bis hin zu feuchtfröhlichen Abenden im Sax – bei dir war uns einfach nie langweilig.

Du hast uns auch Leute vorgestellt, die wir niemals vergessen werden. Studenten, die dich genauso lieb haben wie wir und die das auch gerne zeigen. Und sei es, indem sie dir um 2 Uhr nachts Liebeserklärungen auf Jodel schreiben. Studenten, die man sehr früh auf der Straße trifft und die laut schreien: »Mann, wie geil ist Regensburg!«

Du gefällst uns auch, wenn du deine traditionelle Seite in Lederhose und Dirndl zeigst. Traditionell, aber jung. Du weißt woher du kommst, du weißt wer du bist. Du bist weltoffen und großzügig – man kann sich nur in dich verlieben!

Mit dir haben wir auch viel gelernt. An der Uni und in der Bib, die wir viel zu oft verflucht haben, die uns aber die Augen für viele Themen geöffnet hat. Auch über uns selbst haben wir in dieser Zeit viel erfahren. Alleine in einem fremden Land angekommen, haben wir uns bei dir immer willkommen gefühlt. Deswegen wollen wir dir danken. Danken dafür, dass du uns die Zeit unseres Lebens geschenkt hast. Aber auch dafür, dass du zu unserem »Dahoam« weit weg von zuhause geworden bist. Wir kennen dich noch nicht auswendig. Teile von dir bleiben uns immer noch ein Rätsel und das ist genau der Grund warum uns dieses »Au revoir« so schwerfällt.

Liebes Regensburg, wir verlassen dich. Aber es ist kein Abschied für immer. Wir sehen uns bald wieder und wenn wir dich wieder sehen, wissen wir, dass du uns wieder willkommen heißen wirst!

In Liebe

Olga und Lisa

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