Veni, vidi, what the fuck | Im Ghetto-Netto

Vor mir schiebt eine ältere Dame ihren Einkaufswagen im Schneckentempo durch die Regale. Vielleicht zieht der Wagen auch sie, ich weiß es nicht. Ich will vorbei! »Tschuldigung  …« Die Frau hört mich nicht. Sie greift sich ein kleines Fruchtsaftgetränk aus dem Regal. Ich will noch mal auf meine Präsenz hinweisen, da verschlägt es mir die Sprache: Die Alte öffnet die Flasche und trinkt sie, völlig ungeniert, mit wenigen Schlucken leer. Noch ohne abschließendes Urteil, wo sie auf der Skala zwischen Senilität und Dreistigkeit zu verorten ist, stehe ich später in der Schlange vor der Kasse und sehe sie vor mir. Wie konnte ich die Gute vorverurteilen? Sie war durstig und zahlt im Nachhinein! Dann erkenne ich meinen
Irrtum: Vorne angelangt, kassiert sie nur das Pfand.

Beobachtet von Moritz Geier

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