"Gute Musik kennt kein Genre"

Die fünf Männer von „His name is Sandusky“ eröffneten am Freitagnachmittag das diesjährige Pfingst-Open-Air. Nach dem Auftritt haben sie der Lautschrift mehr über ihre Band und ihr Debütalbum „On a road to Calipo Island“ verraten.

 

Lautschrift: Ihr kommt ursprünglich aus Hauzenberg, seid ihr traurig, dass das Festival jetzt hier in Straubing ist?

His name is Sandusky (HniS): Nein, überhaupt nicht. In Hauzenberg hatte das Festival nicht mehr den Charme, den es früher hatte, weil es zu groß war. Wir sind eigentlich ziemlich glücklich, dass wir aus Hauzenberg mitgenommen wurden nach Straubing. Wir hoffen, dass das Festival seinen besonderen Reiz wiederbekommt. Es ist eine super Location, das Publikum bei unserem Auftritt war der Hammer und wir hoffen, dass das Festival noch viele Jahre an diesem Platz stattfinden kann.

Lautschrift: Eure Eltern sind auch dabei, um euch zu unterstützen. Seit ihr stolz darauf, dass sie hier sind oder ist euch das eher unangenehm?

HniS: Klar, darüber haben wir uns gefreut. Besonders stolz sind wir darauf, dass ein 5o-Mann Bus aus Hauzenberg organisiert worden ist, um zum Festival fahren zu können. Diese Fangemeinde hat sich extra dafür einen Sponsor gesucht. Es ist toll, wenn man merkt, dass die Leute einen in diesem Maße unterstützen und mitfeiern.

Lautschrift: Eure Musikrichtung ist entgegen dem Elektrotrend, der bei den Headlinern auf diesem Open-Air vorherrscht, eher rockiger und gitarrenlastiger. Als eure Einflüsse benennt ihr unter anderem Queens of the Stoneage, Nirvana, die Foo Fighters und Led Zepplin. Wollt ihr mit euren Songs dafür plädieren, dass die Menschen eher wieder solche Musik hören?

HniS: (zögernd): Wir wollen niemandem vorschreiben, welche Art von Musik er zu hören hat. Wir sind alle fünf einfach absolute Rockfans, das ist die Musik, die uns Spaß macht. Das, was wir tun, stellt einfach eine Mischung aus allen Vorlieben dar, die wir in der Band so haben. Wir wollen die Leute mitreißen, ihnen einen Anlass geben, um zu feiern. Gute Musik kennt kein Genre.

Lautschrift: Freut ihr euch dann jetzt im Anschluss auf die Konzerte von Frittenbude und Cro?

HniS: Klar, anschauen werden wir uns die Bands bestimmt.

Lautschrift: Ist das dann auch die Art von Musik, die ihr euch privat anhören würdet?

HniS: Wir können zu jeder Niveauvollen Musik feiern. Das Pfingst-Open-Air ist hierfür auch eine gute Adresse. Es ist prädestiniert dafür, dass guter und innovativer Sound geboten wird. Es ist einfach das Wichtigste, dass man etwas macht, was nicht tot gefahren und damit langweilig ist. Wir persönlich sind offen für alles. Wir sind nicht kategorisch auf Rockmusik festgelegt.

Lautschrift: In welche Richtung soll sich die Musik dann später für euch noch entwickeln?

HniS: Wir wollen uns eine Insel kaufen, die wir Calipo Island taufen, da verbringen wir dann unser Leben.

Lautschrift: Und auf dieser Insel plant ihr, weiter Rockmusik zu machen?

HniS: Mal sehen, vielleicht sind wir dann so weit, dass wir Rockmusik machen lassen. (Alle lachen).

Lautschrift: Noch ist es ja nicht ganz soweit. Wie habt ihr euch denn speziell auf den heutigen Auftritt vorbereitet?

HniS: Mit Zeit im Proberaum, Bier, Zigaretten und einem Abstecher nach Österreich für pfandfreies Dosenbier. Die Lieder haben wir jetzt sowieso für unsere erste CD aufgenommen, die „On the road to Calipo Island“ heißen soll.

Lautschrift: Was sind eure Erwartungen an den Erfolg des Albums?

HniS: Wir wollen damit nicht kommerziell sein, sondern einfach dafür sorgen, dass die Leute beim Zuhören Spaß haben.

Lautschrift: Wie würdet ihr die Art der Musik auf diesem Album zusammenfassen?

HniS: Wir nennen unsere Musik ‚Vintage Rock’, weil wir mit altem Equipment spielen, also mit alten Gitarren, alten Verstärkern, einem gebrauchtem Schlagzeug. Dabei orientieren wir uns sehr an den alten Bands, von den Beatles über The Who zu den Rolling Stones und Led Zepplin. Wir sagen immer, es ist eine knall bunte Mischung aus Rock ’n’ Roll, Selbstironie und Partygeilheit.

Lautschrift: Zielt ihr dann auf ein bestimmtes Publikum?

HniS: Wir haben uns nie gesagt, wir machen jetzt Musik, die nur 16  bis 25-Jährigen gefällt. Wir wollten einfach Leuten etwas bieten, die Interesse an Musik haben. Wir wollten uns zu keinem Zeitpunkt auf eine spezielle Zielgruppe fixieren. Dem, dem das nicht gefällt, sind wir auf keinen Fall böse.

Lautschrift: Noch ein Wort zum Abschluss?

HniS: Wir wollen natürlich die Regensburger Fans grüßen. Hoffentlich spielen wir auch bald einmal in dieser Stadt, sodass wir auch mal in der Oberpfalz und nicht immer nur in Niederbayern spielen könnten.

Lautschrift: Okay Jungs, dann vielen Dank für eure Zeit.

Interview: Cathrin Schmiegel

Fotos: Sarah Munker

2 Kommentare bei „"Gute Musik kennt kein Genre"“

  1. Karl-Heinz Probst sagt: Antworten

    Hallo, ich bin der Vater von Chris(Gitarrist) und Flo(Sänger) von His name is Sandusky und empfinde dieses Interview noch als Sahnehäubchen auf den gelungenen Auftritt der Band im POA 2012 in Straubing. Klar bin ich als Vater stolz, wenn da die Jungs auf einer riesigen Bühne stehen und Musik machen, vielmehr aber bin ich erstaunt darüber was die gesamte Band im vergangenen Jahr mit His name is Sandusky auf die Beine stellten. Hier haben sich 5 Musiker gefunden, die verschiedene Charakterzüge haben, verschiedene Interessen haben und doch eine gemeinsame Idee vertreten: nämlich Spaß an der Musik haben, die Musik interessant gestalten (Ich weiß bis heute noch nicht so genau, wer dieser Sandusky ist und auf Calipo-Island kann ich mir auch keinen Reim machen….) und zielgenau am Erfolg zu feilen.
    Als mir meine Söhne vor einem halben Jahr erzählten, sie werden eine CD aufnehmen, dachte ich nur: “Ja träumt nur weiter….irgendwo werden gewisse Grenzen Eure Euphorie einbremsen!”—-Heute habe ich eine CD in der Hand die perfekt produziert wurde, ein professionelles Layout präsentiert und Songs beinhaltet, die ich als zeitlos, altersunabhängig, abwechslungsreich, mal melancholisch, mal rockig und instrumentalisch abwechlungsreich höre.
    Das Konzert auf dem Pfingst open air in Straubing, war für mich deswegen ein riesiges Highlight, da die Jungs wirklich ein Stück Hauzenberg nach Straubing brachten, den Bogen des örtlichen Wechsels spannten und zeigten, dass in Straubing genauso Fun herrschen kann.
    Ebenso hat mich begeistert, dass die gesamte Band einen großen Erfolg hatte und nicht dadurch abhoben, dass sie sich als die größten bezeichnen, vielmehr haben sie open-air-feeling zelebriert und haben bei den anderen Bands als Publikum mitgefeiert.
    Und das wünsche ich der Band auch in Zukunft, dass sie bodenständig bleiben, viel an Songs und Sounds experimentieren und sich vom Spaß an der Musik vorantreiben lassen. Schön finde ich die Aussage der Band im Interview, dass keine Ansprüche an kommerzielle Richtungen erhoben werden, sondern der Zuhörer Spaß an der Musik finden soll. Ich habe diesen Spaß bei der Band mittlerweile in 2 Songs gefunden:
    1. “Coffee and Cigarettes” – unabhängig, dass der Song lyrisch meine Lieblingsnahmrungsmittel beinhaltet, hat dieser einen unglaublichen Drive. Nicht zuletzt durch ein perfektes Schlagzeugspiel im Dialog verschiedener Gitarrenriffs beschwingt er mich beim Zuhören.
    2. “Surf-Song” – ich habe im Jugendalter gerne Shadows und Spotnicks gehört und fühle mich mit dem Sound des Songs wieder in diese Zeit zurückgeworfen. Ich habe mir ehrlich gesagt den Text noch nicht rausgelesen oder rausgehört. Vielmehr lasse ich mich hier nur von dem Sound in meine jugendliche Vergangenheit beamen.
    Letztlich wird sich der Leser dieser Zeilen sicher fragen, ob hier nicht ein stolzgeschwellter Vater seinen Emotionen freien Lauf gelassen hat. Nein, ich schrieb diese Zeilen nicht nur als Vater von 2 Musikern, sondern als begeisterter 48jähriger Fan der Band, der noch viele Live-Auftritte und gute Songs erfahren will.

    1. Vielen Dank für deinen Beitrag, Karl-Heinz. Schön zu sehen, dass die Band solch leidenschaftliche Fans hat 🙂

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