Feminis:muss: Michelle Obama – warum die erste afroamerikanische First Lady ein Vorbild für so viele Frauen ist

Feminis:muss: Michelle Obama – warum die erste afroamerikanische First Lady ein Vorbild für so viele Frauen ist

Unabhängig, stark, intelligent – man* mag vom Konzept eines »Role models« halten was man* will, doch die ehemalige First Lady der USA ist ein Musterbeispiel des perfekten Vorbilds. Eben gerade, weil sie dazu steht, nicht perfekt zu sein.

von Paula Kühn

Zugegeben, als ich diesen Winter Becoming, die Autobiographie Michelle Obamas, gelesen habe, war ich etwas »late to the party« – das Buch erschien schließlich schon 2018. Aber nachdem ich das Buch innerhalb weniger Tage verschlungen hatte, fühlte ich mich so inspiriert wie schon lange nicht mehr. Auf über 500 Seiten erzählt Obama ihre Geschichte: von ihrer Kindheit im Arbeiterviertel Chicagos bis zum Auszug ihrer Familie aus dem Weißen Haus.

Es ist nicht nur ihr Lebensweg, der schon beeindruckend genug ist. Es ist vor allem ihre Art, Situationen und Menschen zu betrachten, die Haltungen, die sie einnimmt, die Botschaften, die sie vermitteln will, was sie selbst so besonders macht.

Egal, ob als fast einzige Schwarze Frau an einer Eliteuniversität oder unter Beschuss der Medien im Wahlkampf – Michelle Obama lässt sich nicht unterkriegen. Sie steht zu ihren Überzeugungen, formuliert eine klare Meinung. 

Ehrgeizig und fleißig wird sie, das Mädchen aus einfachen Verhältnissen von Chicagos South Side, Anwältin. Ihr Traum, für den sie schuftet, seit sie ein kleines Mädchen ist. Doch als sie ihr Ziel schließlich erreicht, merkt sie, dass dieser Beruf nicht das ist, womit sie ihr Leben verbringen will. Sie will etwas bewegen, mit Menschen sprechen – und so kündigt sie kurzer Hand ihre gute bezahlte Anwält*innenstelle. Mutig folgt sie ihrem Herzen – und bereut es keine Sekunde. 

Als die junge Michelle über einen gewissen Barack Obama stolpert, spielen Männer eigentlich kaum eine Rolle in ihrem Leben: Ihre Karriere, ihre Freunde, Ihre Familie sind ihr eigentlich mehr als genug. Doch sie lässt sich auf ihn ein, berichtet wie sie gemeinsam an ihrer Beziehung arbeiten, erzählt von der tiefen Verbindung zwischen ihnen. 

Michelle Obama verkörpert die moderne Karrierefrau, sie spricht offen deren alltägliche Probleme an – Themen, die viele Frauen beschäftigen: ihre Suche nach beruflicher Erfüllung, die Herausforderungen als berufstätige junge Mutter, ihre Ehetherapie – das macht sie unglaublich nahbar. 

Auch politisch hält sich Michelle Obama nicht zurück: In den Wahlkämpfen ihres Mannes reist sie mit ihrem eigenen Team durch das ganze Land, um in beeindruckenden Reden für ihren Mann und seine Visionen zu werben. Dabei kommen aber auch ihre eigenen Überzeugungen nicht zu kurz – nie ist sie nur das Anhängsel ihres Mannes. 

Im Weißen Haus selbst hat Michelle ihre eigene Stimme und ihre eigenen Themen, für die sie eintritt – auch, wenn sie dadurch immer wieder aneckt. Unermüdlich setzt sie sich für Projekte ein, die ihr am Herzen liegen – z.B. für gerechte Bildung für Mädchen sowie gesunde Ernährung. 

Selbstbewusst, engagiert und dabei nie überheblich – die ehemalige First Lady plädiert für offene Konversationen, sie macht Mut, den eigenen Weg zu gehen, für sich selbst einzustehen und sich dabei nie unterkriegen zu lassen. Sie zeigt, wie viel aus eigener Kraft erreicht werden kann, wenn man* nur an sich selbst glaubt. Wie viel Macht die eigene Geschichte hat.

Und vor allem verbreitet Michelle Obama immer wieder eines, egal ob in ihrem Buch, in ihrem Podcast oder auf Instagram: Hoffnung.

Beitragsbild: © Alex Nemo Hanse | Unsplash

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