Gereift wie ein guter Wein – Alan Parsons’ Album »The Secret«

In der neuesten Ausgabe der Lautstark-Kolumne geht es um Alan Parsons’ fünftes Soloalbum The Secret. Eine Kolumne über einen Piratenschatz, guten Wein und natürlich Musik.

von Yvonne Mikschl

Es ist in der heutigen Zeit schon fast eine Muss geworden, dass Künstler*innen in regelmäßigen Abständen ein neues Album rausbringen. Auch wenn dieser Zeitraum wenige Jahre beträgt, werden die eingefleischten Fans schon nervös. Dass es auch noch anders funktioniert, zeigen die großen Künstler*innen des Business durchaus – siehe Rolling Stones. Natürlich gibt’s wieder einen, der es auf die Spitze treibt: Alan Parsons mit seinem 2019 erschienenen, neuen Album The Secret. Und warum das? Das jüngste Soloalbum hält einen Abstandsrekord zur letzte Veröffentlichung A Valid Path im Jahr 2004 von sage und schreibe 15 Jahren.

Alan Parsons nicht nur als Musiker auf dem Album tätig

Um in die Metaphern-Kiste zu greifen: The Secret ist gereift wie ein guter Wein. Nicht nur aufgrund seiner Entstehungszeit. Das Album lässt sich an einem lauen Sommerabend durchhören. Im Gegensatz zu modernen Künstler*innen verzichtet der Musiker auf die ewig gleichen Beats und starken Bass. Kein großer Einsatz von E-Gitarren oder hartem Schlagzeug. Alan Parsons ist von Natur aus der ruhige Typ, dessen Lieblingsinstrument die Akustikgitarre zu sein scheint. Die Texte sind sehr schön anzuhören, der Gesang unterstützt die Melodien. Auch weil die Scheibe zudem das erste Kollaborationsalbum des ehemaligen Beatles– und Pink Floyd-Produzenten ist. Der Song Miracle wird von Jason Mraz gesungen, um nur ein Beispiel zu nennen. Wer glaubt, dass Parsons dabei nur untätig im Hintergrund steht, der täuscht sich: Der britische Musiker ist für die Produktion und die Lead Vocals zuständig. Und daran erkennt man auch ein gutes Alan Parsons-Album: Gitarre, Keyboards und eine ruhige, leicht raue Stimme.

Piraten und alte Erfolge

Doch warum der Name The Secret? In einem Interview mit dem Radiosender The Current verrät Parsons den Stil des Albums: »Ich wusste, dass das Konzept auf der Kunst der Magie basieren sollte. Wir machten uns daran, so viele Songs wie möglich zu schreiben, basierend auf der Idee von Magiern und der Art, wie Magier denken, was ihre Ideale sind und so.« Es ist der Rückgriff auf die Wurzeln seiner Karriere als Musiker. Deutlich wird das an dem offiziellen Musikvideo zu As Lights Fall, in dem Alan Parsons als Pirat zu sehen ist. Er erzählt dort, am Strand bei Mondlicht sitzend, eine Geschichte im Leben eines Piratenkapitäns – inklusive Anspielungen auf das Alan Parsons Project, das mit Songs wie Lucifer bekannt wurde, und Pink Floyds Album The Dark Side of the Moon. Was das nun zu bedeuten hat, bleibt Interpretationssache der Betrachter*innen.

Fazit: Das Album The Secret ist zweifelslos ein schönes Album, das eine gewisse Zeitlosigkeit mit sich bringt. Erst das genaue Hinhören bei den Texten lässt die von Parsons beschriebene Magie entdecken. Hörenswert ist die Zusammenarbeit mit Jason Mraz, besonders interessant außerdem das Video zu As Lights Fall. Ein ideales Album für gemütliche Stunden an lauen Sommerabenden auf der Terrasse oder dem Balkon.

Die besondere Musikempfehlung aus dem Album unserer Autorin:

Beitragsbild: ©The Current

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