Die Schlacht der Wissenschaftler

Rap, geballtes Wissen, klassische Sonaten und Elektromusik – beim dritten Science Slam war einiges los.


Zum dritten Mal in dieser Woche war der größte Hörsaal der Uni nach der Vollversammlung und der Wahlparty beim Science Slam mit mehr als 1000 Studierenden und Interessierten gut gefüllt. Statt Semesterticket und Barack Obama ging es diesmal um gute Uni-Lehre: Denn Ziel des Science Slams ist es, Wissen auf humorvolle Art innerhalb von zehn Minuten möglichst dicht zu vermitteln.

Bevor die Teilnehmer mit ihrem Wissen auftrumpften, stimmte der Regensburger Poetry Slammer Tom Spitzer auf den Abend ein. Sein erster Text „Immerhin steht hier kein Nietzsche Zitat“ war der erste von sechs weiteren „unwissenschaftlichen“ Beiträgen, die an diesem Abend für viele zusätzliche Lacher und gute Unterhaltung sorgten.

Durch das Programm führten die beiden Studenten Raimund Lehle und Stefan Christoph. Zum „Mitslammen“ um das Wissen waren sowohl ProfessorInnen als auch Lehrende und Studierende eingeladen.

Letztendlich wurde der Kampf an diesem Abend von drei Teilnehmern ausgetragen: Steffen Landgraf aus der Abteilung für forensische Psychiatrie, Herbert Tschochner, der Lehrstuhlinhaber für Biochemie und der Demokratiewissenschaftsstudent Dominik Flubacher nahmen am Science Slam teil. Ein bunter Mix also, der in unterschiedlichen Bereichen erleuchtende Momente versprach.

Von den Moderatoren gab es nur eine Vorgabe: „Erlaubt ist alles, was Spaß macht“. Dieses Motto wurde leider nur teilweise aufgegriffen.

Der Vortrag von Steffen Landgraf zum Thema „Grenzverschiebung im Kopf ODER von Stigmatisierung, Blindheit und einem Nobelpreisträger” war zwar sehr interessant und auch fesselnd. Der Spaß kam jedoch ein wenig zu kurz.Trotzdem: Hörenswert war er auf jeden Fall. Oder wusstest du, dass Blinde im Gegensatz zu Sehenden nicht an Schizophrenie erkranken können?

Die zweite Präsentation von Herbert Tschochner war die wohl humorvollste des Abends. Das eigentlich wenig reizvoll klingende Thema „RNA Polymerasen (Pol) und Genexpression: Was kann die Pol II und die Pol I nicht?“ gestaltete der Professor mit einer Tanzperformance, Partytröten und bunten Sonnenbrillen. Spätestens bei dem abschließenden Rap stand der Gewinner des Abends fest: Nicht nur die Performer auf der Bühne, auch die Zuschauer gaben den Rhythmus mit „uh-ah-ratatata“ vor.

Der letzte Teilnehmer, Demokratiewissenschaftsstudent Dominik Flubacher, gab bei dem dritten Science Slam in Regensburg sein Bühnendebüt: „Ich war total nervös vor meinem Auftritt“, sagte er. Als Martin Sonneborn sprach er sich auf satirische Weise für die PARTEI aus. Im Laufe des Vortrags wurde im Publikum immer mehr geredet. „Ich habe schon gemerkt, dass das Publikum unruhiger wurde. Vielleicht habe ich mich zu sehr auf die Wissenschaft beschränkt. Spaß gemacht hat es auf jeden Fall trotzdem“, kommentierte Dominik Flubacher anschließend gelassen.

Nach einer kurzen Pause und weiteren Texten von Tom Spitzer ließ Universitätsmusikdirektor Graham Buckland in drei kurzen Sonaten die drei Vorträge musikalisch Revue passieren.

Für die Feststellung des Gewinners wurden – anders als bei den vorhergehenden Science Slams – keine Stimmzettel verteilt. Stattdessen ermittelte ein Lautstärkemessgerät die Intensität des Applauses. Wirklich gebraucht wurde es allerdings nicht, denn das Ergebnis war auch so deutlich zu erkennen: Mit einem tosenden Beifall ging der Biologieprofessor als Sieger davon. Als Geschenk gab es für alle drei Teilnehmer Bücher-Gutscheine.

Ihren Ausgang fand die Schlacht der Wissenschaftler schließlich im Foyer des Zentralen Hörsaalgebäudes bei der After-Show-Party.

Text und Foto: Ramona Friedl

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