In der Podiumsdiskussion am Mittwoch war das Semesterticket das Hauptthema im Schlagabtausch der politischen Hochschullisten. Nach wie vor sitzt die Bunte Liste auf der Anklagebank.
Der Streit um das Semesterticket war eine Diskussion auf mehreren Ebenen. Neben dem reinen Sachkonflikt ging es um die Kompetenzen der studentischen Verhandlungsführer und die Frage, wie viel Idealismus Hochschulpolitik außerhalb des Elfenbeinturms verträgt. Im Internet brach währenddessen eine Metadiskussion aus, in der sich Regensburger über das Wesen der Studenten zankten.
Die Studierenden der Universität und Hochschule haben in der Online-Abstimmung zum Semesterticket mit überragender Mehrheit für das 72-Euro-Ticket votiert, das für den gesamten Semesterzeitraum Gültigkeit besitzt.
Die Entscheidung über die Zukunft des Semestertickets liegt nun in den Händen der gesamten Studierendenschaft der Uni und Hochschule. Am Donnerstagnachmittag diskutierten die gewählten Studierendenvertreter in einer außerordentlichen Sitzung des Konvents über das weitere Vorgehen. Das Ergebnis: Zwei Modelle werden allen Studierenden nun per nds-Account-Abstimmung zur Wahl gestellt.
Nach der Pressekonferenz vom vergangenen Freitag ist das nun vorgeschlagene Modell für das Semesterticket in der Öffentlichkeit als endgültiger Entschluss kommuniziert worden. Dass die Verhandlungen derzeit noch nicht zu Ende sind, stellten die studentischen Verhandlungsführer in der außerordentlichen Konventssitzung am Dienstagabend dar.
In der gestrigen Vollversammlung haben sich die Regensburger Studierenden eindeutig hinter den SprecherInnenrat gestellt und ihm den Rücken gestärkt, weiterhin an dem maximalen Entgegenkommen von 59 Euro festzuhalten. In der Berichterstattung über die Abstimmung hat sich die Mittelbayerische Zeitung als Negativbeispiel für journalistisches Arbeiten hervorgetan.
Mit der studentischen Vollversammlung am kommenden Dienstag versucht der SprecherInnenrat das Semesterticket für die Regensburger Studierenden zu erhalten. Bei der Zusammenkunft im Audimax sollen sich Studenten und Studentinnen auf den Preis einigen, den sie bereit sind, für das Semesterticket zu zahlen.
Am 6. November sind alle Studenten der Universität Regensburg aufgerufen, sich für ein neues Semesterticket-Modell auszusprechen. Denn das bisherige Modell gilt aufgrund eines Berechnungsfehlers als gescheitert.