Ein Kölschgläschen Öl – Na dann Prost!

»Integrierte Hightech Industrie« – Das ist für den Chemiker Prof. Dr. Kunz das Zauberwort, wenn es um die Zukunft der bayerischen Landwirtschaft geht. Diese wolle er im Übrigen revolutionieren, meint er und grinst dabei ein wenig schelmisch.

Interessierte Zuhörer beim Vortrag zum Thema Energie
Interessierte Zuhörer beim Vortrag zum Thema Energie

Doch es ist ihm damit eigentlich ganz schön ernst. Das merken am 28. Januar im H45 auch die etwa 30 Teilnehmer, die sich zum ersten Teil der Vortragsreihe »Klimawandel und Klimapolitik« einfanden. Die Reihe wird organisiert vom Studentischen SprecherInnenrat und beschäftigt sich neben den naturwissenschaftlichen Grundlagen der Problematik auch mit den wirtschaftlichen und politischen Aspekten. Den Beginn macht die Chemie-Fakultät mit einem Vortrag zu »Energieträger Heute und Morgen- Einige kritische Anmerkungen«.

Professor Dr. Kunz, Lehrstuhl für Physikalische und Theoretische Chemie, geht es bei seinem Vortrag vor allem darum, den Zuhörern ein Verständnis für die Dimensionen des Themas Energie zu verschaffen. Und dabei spart er nicht mit Zahlen und Statistiken. Von einer Folie zur nächsten geht es in rasantem Tempo. Aber dank der plastischen Beispiele fällt das Folgen nicht weiter schwer:

Professor Kunz und die Erklärung "Was ist eine Kilowattstunde?"
Professor Kunz und die Erklärung “Was ist eine Kilowattstunde?”


Eine Kilowattstunde… was ist das? Ein Kölschglas voll Öl. Was kann man mit dieser Energie anstellen? Grob gesagt: einen Kilometer Autofahren oder aber sieben Stunden Computerspielen. Will man diese Energie selbst erzeugen, müsste man etwa zehn Stunden auf einem Hometrainer strampeln. Dabei würde man allerdings etwa das siebenfache an Energie selbst wieder verbrennen… gut für die Figur aber allemal. Kunz gelang es in guten neunzig Minuten seinen Zuhörer einen besseren Einblick in die vielfältigen Probleme von niedrigen Wirkungsgraden, Energiedichten und Speicherformen zu ermöglichen.

Und das mit der Hightech-Industrie? Auch seine komplexe Zukunftsvision kann Kunz seinem Publikum anschaulich erklären: »Nehmen wir eine Biogasanlage. Die produziert massig Abwärme. Warum baut man da daneben kein Gewächshaus, das damit beheizt wird? Oben drauf packen wir Solarzellen. Die liefern Strom für spezielle LEDs und mit den beleuchten wir die Tomaten. Dann schmecken die auch noch gut.«

Nachhaltigkeit ist oftmals nur ein politisches Schlagwort – Prof. Kunz schafft es diesen Begriff auch für Nicht-Naturwissenschaftler mit Inhalt zu füllen.

Am Dienstag, den 4. Februar 2014, schließt der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Buchholz über »Klimapolitik zwischen Utopie und Realität« und schließt damit die Vortragsreihe ab.

 

 

3 Kommentare bei „Ein Kölschgläschen Öl – Na dann Prost!“

  1. Liebe Studierende,

    waren die Vorträge eigentlich öffentlich und wurden diese in den Medien angekündigt? Schade, wenn nicht, dann geht viel Informationspotential verloren! Warum sind die “eigenen Propheten” und deren hochkarätige Vorträge nicht so viel wert wie andere öffentliche Gastvorträge?

    Ein Praktikant in unserer Firma hat uns über die Vorträge informiert. Er meinte, zur Ankündigung der Vortragsreihe durfte nicht plakatiert werden – warum nicht?

    Vielleicht gibt es in Zukunft doch Möglichkeiten, bei so aktuellen Themen auch das “gemeine Volk” zu informieren (z.B. Veranstaltungshinweis in der MZ)…

    Herzliche Grüße
    Susanne Stangl

  2. Liebe Susanne,
    also ich habe auf Facebook von dem Termin erfahren und habe außerdem durchaus auch das ein oder andere Plakat entdeckt. Mangelnde Öffentlichkeit kann man meiner Ansicht nach der Veranstaltung nicht nachsagen.

    Liebe Grüße,
    Judith Werner
    (Lautschrift Chefredaktion)

  3. Liebe Susanne Stangl,

    es freut mich sehr zu hören, dass es noch weitere Menschen gibt, die sich für diesen Themenbereich durchaus interessieren. Unsere Veranstaltungen sind in der Regel für jedermann zugänglich. Wir bewerben öffentlich, müssen uns dabei aber an zwei Dingen orientieren. Erstens an den geltenden Richtlinien der Universität zum Plakatieren und Bewerben von Veranstaltungen und zweitens an unseren knappen Finanzen. Wir, der Studentische Sprecherrat, haben diese Veranstaltung in erster Linie für ein studentisches Publikum konzipiert und beworben. Dennoch ist jeder willkommen.

    An dieser Stelle Werbung in eigener Sache:
    Am 09.04.2014 wird es eine Podiumsdiskussion zum Themenbereich ”Klimawandel und Klimapolitik” mit Politprominenz geben.

    Wenn Sie Nachfragen oder Anregungen haben, können Sie sich gerne an mich wenden.

    Sven Hübschen
    Studentischer Sprecher

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