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Die letzte Nacht
Sie ließ ihre Augen durch das Zimmer wandern und hielt inne beim Blick auf den Blister mit den Tabletten und einem Glas Wasser direkt vor ihr auf dem kleinen, sonst nackten Tischchen neben dem Bett. Es war alles vorbereitet für ein Ende des alten Lebens. Die Wände waren frisch gestrichen und der Geruch der Farbe, irgendwie neu und eine Spur bitter, lag in der Luft. In der Ecke hinter der Tür hatten sich ein paar noch schlammige Tropfenklumpen gebildet, die im gedimmten Licht feucht schimmerten. Wenn man länger darauf schaute, sahen sie aus wie ein entferntes, verzerrtes Gesicht. Aber da war niemand. Sie war allein.
