Jam-Session mit dem Teufel

Jam-Session mit dem Teufel

Stellt Euch vor, plötzlich kommt der Teufel bei Euch reingeschneit und will Rache für etwas, das Euer Ururururururhochzweigroßvater damals »vor 885 plus 116 minus 1 macht 1000« Jahren verbockt hat. Genauso geht er Hans Steiner, der eigentlich das Jubiläum des Baubeginns der Steinernen Brücke feiern möchte. Basierend auf der stadtbekannten Saga um den Bau des Regensburger Wahrzeichens, hat das Theater Regensburg in Koproduktion mit Scrooge GbR seine zweite Regensburger Rockreview auf die Bretter des Velodroms gebracht. Die Premiere von »Jenseits von St. Emmeram«, inszeniert von Marc Becker und unter musikalischer Leitung von Gerwin Eisenhauer, am 8. Februar lässt uns mit einem diffusen Gefühl zwischen unterhaltsamem cringe, Heimatgefühl und mitwippenden Zehen zurück.

»MINONA« – Eine romantische Schicksalsfigur? Eine Theaterreview

»MINONA« – Eine romantische Schicksalsfigur? Eine Theaterreview

Die Oper »Minona. Ein Leben im Schatten Beethovens« wurde am Samstag, 25. Januar 2020, im Theater Regensburg am Bismarckplatz uraufgeführt. Die Aufführung der Oper in zwei Akten von Jüri Reinvere dauerte in etwa zwei Stunden und 20 Minuten und ließ
das Publikum mit vielen Gefühlslagen zurück. Das bedrängte, isolierte und besessene Leben
Minonas wurde den ZuschauerInnen so lebhaft dargelegt, dass im Publikumssaal nicht nur
seelisch mitgelitten wurde. Angespannt und zugleich erleichtert verließ man im Anschluss an
die Premiere das Theater und konnte sich mit dem soeben Erlebten auf verschiedensten
Ebenen auseinandersetzen.

»Die Steigerung des Glücks« ¬ eine Vorwarnung aus der Zukunft?

Was heißt das eigentlich, »Europäer, Europäerin« zu sein? Unter anderem um diese Frage ging es in der Inszenierung von Klaus Kusenbergs »Die Steigerung des Glücks«, die am Tag der Europawahl Premiere feierte. Einen passenderen Tag für die Premiere, zu der unsere beiden Redakteurinnen Lea und Pauline für euch gegangen sind, hätte es wohl kaum gegeben.

Am Dienstag im Studikino | Bohemian Rhapsody

Am Dienstag im Studikino | Bohemian Rhapsody

Er hat vier Oskars gewonnen, gilt als eine der erfolgreichsten Musikfilmbiographien aller Zeiten und belegte in mehreren Ländern Platz eins der Kino-Charts: Die Rede ist von Bohemian Rhapsody. Nachdem die filmische Hommage an den Sänger der weltweit bekannten britischen Rockband Queen, Freddie Mercury, bisher um die 3,5 Millionen Menschen in die deutschen Kinos gezogen hat, war es nur eine Frage der Zeit, dass auch die Besucher des Studikinos in den Genuss dieses mitreißenden und aufwühlenden Filmdramas kommen. Ein Stück Kinogeschichte, das vor allem eines schafft: Jeden zum Queen-Fan machen.

»So geht’s nicht weiter« — Premiere der Uraufführung »Die letzte Sau« im Regensburger Theater am Haidplatz

Die von Julia Prechsl für die Bühne adaptierte Uraufführung »Die letzte Sau« erzählt die witzig-ergreifende Geschichte des Bauern Huber – und einer außergewöhnlichen Reise mit verheerenden Folgen. Das ehrliche, urbayrische Theaterstück greift gesellschaftskritische Themen wie die Massentierhaltung und den Überlebenskampf der »Kleinen« gegen die »Großen« auf und setzt sie auf süffisante, herzerwärmende Weise, mal mit melancholischem, mal mit romantischem Nachklang um.

Eine schrecklich kaputte Familie: »Vor Sonnenaufgang« im Theater Regensburg

»Ganz leicht an der Wirklichkeit vorbei.« – Ein prägnanter, süffisant gemeinter Satz aus Ewald Palmetshofers Neuadaption des naturalistischen Dramas »Vor Sonnenaufgang« von Gerhart Hauptmann beschreibt und enthüllt sämtliche Mechanismen unserer Gesellschaft. Lügen und Fehler aller politischen Lager, vermeintlich heilen Familienwelten und banalen zwischenmenschlichen Interaktionen werden in diesem Stück aufgedeckt. Von der Form her ganz leicht an Hauptmanns Original vorbei, trifft die seit dem 6. April im Theater Regensburg aufgeführte Version dennoch, oder gerade deshalb, ins Mark des heutigen politischen und sozialen Klimas.