Es ist still im Raum ohne Aussicht. Nur die Wanduhr tickt.
Der Sekundenzeiger bleibt kurz stehen, der Minutenzeiger springt um, der Sekundenzeiger setzt seine Runde fort.
Es ist zwei Minuten vor zwölf.
Die Schwerverbrecher haben sicher einiges zu beichten, dachte Götz, als er zum ersten Mal das Gelände der Vollzugsanstalt betrat. Inmitten der Stacheldrähte und Wachtürme glänzte eine Basilika in himmlischer Pracht. Er müsse einen würdigen Gottesdienst darin halten.
Die Mayas hatten den Zeitpunkt des Untergangs auf einen Tag bezogen, doch es ist die Schuld des Menschen, die den Augenblick bestimmt. Trotzdem waren sie bemerkenswert nah dran.
Ich sitze auf meinem ausgehungerten Ackergaul und warte. Ich bin bereit.
Dass man an diesem Ort Gott vergeblich suchte, sah man spätestens, wenn man dem verlassenen, krummen Pfad zwischen den hässlichen, moosüberwachsenen Mauerresten gefolgt war.
Unter dem Titel „veni, vidi, what the fuck“ veröffentlicht die Lautschrift kurze Alltagsgeschichten, die eines gemeinsam haben: einen „what the fuck“-Moment. Indem wir Sticker mit dem „veni, vidi, what the fuck“-Slogan verteilen, wollen wir die Lautschrift an der Universität, der Hochschule und in der gesamten Stadt Regensburg noch bekannter machen.
Ich habe Neptun zerstört, hämmert es in ihrem Kopf. Herausfordernd funkelt sein Blick im Neonlicht, noch in seinem Untergang. Neptun ist zerbrochen, das zu wissen tut so weh. So weh… Aber halt, der Schmerz steckt ja in ihrem Fuß, blitzt von dort aus über die ganze Wade bis ins Hirn hinein.
„Soll ich mich da hinlegen?“ fragte die blasse Frau und strich mit hauchdünn behandschuhten Fingerspitzen nervös über ihr hellrotes Haar, kunstvoll hochgesteckt zu einer fragilen Turmfrisur.
Noch eine Sirene explodiert über der Altstadt. Ich reibe mir die Augen, taste nach der Brille. Weg. Sie muss unter den Gartenstuhl gerutscht sein, als ich einnickte, oder sie versteckt sich im Gras. Ich stehe auf, stecke den Einmerker zwischen die Buchseiten und schlurfe hinüber zum Zaun.
Unter den Straßen von Berlin, wo kein Tageslicht hingelangt, gibt es eine Parallelwelt. Dort, in den dunklen Tunneln und auf den Bahnhöfen, von denen jeder ein anderes Gesicht hat, liegen Geheimnisse verborgen, werden Geschichten geschrieben.