Es tanzt ein Fünf-Sechs-Siebenschläfer in unser‘m Haus herum, di dum. Er rüttelt sich, er schüttelt sich, er wirft die Kabel hinter sich, glis glis.
von Mia Fritzsche
Der Siebenschläfer, oder auch glis glis genannt gehört zu der Familie der Bilche, auch Mausschläfer genannt und schaut ein bisschen aus wie ein Eichhörnchen mit buschigem Schwanz und großen Augen. Den Schwanz kann er bei Gefahr an einer Sollbruchstelle abwerfen, das nennt sich Schwanzhaarverlust. Zu den natürlichen Fressfeinden der Siebenschläfer gehören Baummarder, Hauskatzen und Sportstudierende. Sonst machen es sich die Siebenschläfer am liebsten in Bäumen gemütlich und ernähren sich von Früchten, Trieben und Knospen. Ab Juni beginnt sozusagen ihr hot girl summer, denn nach ihrem Winterschlaf sind die Siebenschläfer bereit für die zweitbeste Art des Schlafs: den Beischlaf. Sie werfen im Juli und leben mit ihren 4-6 Jungtieren in Kleinfamilien.
Krrzzz!
Nur sehr selten übertragen Siebenschläfer Krankheiten oder Viren. Eine Infektion verläuft über den Kontakt mit Exkrementen, Urin oder Speichel der Tiere. Ihren Kot erkennt man übrigens gut, denn er hat eine Form von 1-2 cm großen Böhnchen. Die Tiere können sogar sehr zutraulich werden. Vorsicht ist trotzdem geboten, sie beißen gerne. Dennoch ist eine Tollwut-Infektion von ihnen (wie bei allen Kleinsäugern in Deutschland) quasi ausgeschlossen. Die einzigen möglichen Tollwutüberträger in Deutschland sind übrigens Fledermäuse.
Wuaehhh!
Was der Siebenschläfer hingegen sehr gerne macht, ist, Kabel, Dämmungen und Isolierungen zu beschädigen. Außerdem sind sie recht laut, was sie zu ziemlich nervigen Mitbewohner:innen macht. Eigentlich fühlt sich der Siebenschläfer in alten und toten Bäumen am wohlsten. Da die Bestände der Mischwälder aber zurückgehen, werden sie aus ihrem natürlichen Habitat vertrieben und müssen sich neue kuschelige Orte wie Wohnhäuser oder Sporthallen suchen. Wenn sie ein warmes Gebäude zum Überwintern gefunden haben, dann können sie den Winterschlaf auch ganz überspringen.
Quaahh!
Da die Siebenschläfer unter Artenschutz stehen, sind Lebendfallen verboten. Vertreiben kann man sie am besten, indem man tagsüber laute Musik laufen lässt, Hundehaare oder getragene Socken verteilt oder Sprays mit Lavendel, Chilli oder Essig versprüht. Also, Hardtrance-HIIT-20-Stunden-Ultramarathon in Polyestersocken – wer ist dabei?
Titelbild © Mia Fritzsche
Quellen:
https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/siebenschlaefer
https://www.bundestieraerztekammer.de/btk/dtbl/archiv/2016/artikel/DTBl_9_2016_BGW_Tollwut.pdf
