Der Geruch von Pommes, begleitet vom Geruch des Sommerregens, liegt in der Luft über der Campuswiese. 2026 fällt das Campusfest der Uni Regensburg zwar nicht ins Wasser – regnen tut es aber trotzdem. Organisiert vom Campus Regensburg e.V. geht das Uni-Festival in die nächste Runde: mit Regenschirmen, Alkohol und ganz viel Spaß.
von Esther Nußstein und Hannah Sturm
Dieses Jahr beginnt das Fest einstiegsfreundlich um 13 Uhr mit Poetry Slam auf der Kulturbühne – passend für die Student:innen, die am Morgen ihre Kurse übersprungen haben oder gerade erst aufgestanden sind. Natürlich geht es um Liebe und natürlich ums Lernen für die Uni. Es gibt nicht nur Poesie, sondern auch Oden ans Bier, denn zehn Meter von einem der insgesamt sechs Bierstände kippen vier junge Männer bereits Holunder Sirup in ihre Bierflaschen. Die längste Schlange steht, falsch, nicht vor dem Dönerstand, sondern vor einem Stand, an dem man Raucherbedarf gewinnen kann. Es gibt sicher noch viele weitere Dinge, die dazu motivieren, trotz eines resignierten Blicks auf den Regenradar an dieser leicht matschigen Party teilzunehmen: Vier Bühnen sowie zahlreiche Info- und Essensstände mit veganen Optionen stehen bereit. Mit Sicherheit auch genügende Alkoholstände, die unter anderem von den Medis oder der Fachschaft Maschinenbau organisiert wurden.
One, Two… Four!
Den Crush treffen, die halbernsten Sorgen des Unilebens im Alkohol und im Regen ertränken und großartige Musik hören – all das vereint sich auf dem Campusfest. Für viele Artists bietet sich hier tatsächlich eine gute Startrampe, berichtet Koki, einer der Mitorganisatoren des Festivals. Es treten ungefähr 20 Bands und DJs über den Tag verteilt auf. »Das ist ja eigentlich das Schöne am Campusfest, dass für jeden Geschmack was dabei ist«, sagt Julia aus dem PR-Team des Campus Regensburg e.V. Der wohl beliebteste Act des Abends, der zugleich die Prime Time belegt, ist die junge Boyband »Falschgeld«. Vor neun Jahren schlossen sich die vier Münchner zusammen – und setzten eine Idee, die bereits in der vierten Klasse entstand, in die Realität um. »Wir sind eigentlich voll uncool, weil wir aus einem kleinen Kaff kommen«, erzählt die Band. Ihr Name geht zurück auf den Ausdruck »Du läufst ja rum wie Falschgeld« und steht dafür, »einfach anders zu sein«. Um 21.30 Uhr geht es schließlich los: Eine Menge Studierender lässt sich vor der Indie Stage singend, hüpfend und jubelnd von »Falschgeld« mitreißen. Wen der Regen bis dahin gestört hatte, vergisst ihn spätestens jetzt, als es heißt »Regensburg, wollt ihr mitsingen?«
Fall in Love Again and Again
»Das Publikum hat sich vom Regen nicht abhalten lassen, auch Moshpit gab’s den ein oder anderen«, reflektiert Julia aus dem PR-Team, als das Fest sich dem Ende zuneigt. Alle Organisator:innen seien trotz des Wetters sehr zufrieden gewesen. Während das Team noch pflichtbewusst die Reste des Festes abbaut, geht es für die meisten Studierenden am nächsten Tag wieder mit dem Uni-Alltag weiter.
Doch so voll der Bus der Linie 11 Richtung Hauptbahnhof gegen 22 Uhr nach endgültigem Schluss des Festes war, so leer ist er am nächsten Morgen um zehn Uhr Richtung Universität. Die, die es doch geschafft haben, sich ins Seminar zu schleppen, nicken zeitweise ein. Was wäre auch das Studentenleben ohne Schlafmangel? Alle Jahre wieder – nur allzu gerne. Auch mit Regen. Der gehört mittlerweile schließlich schon fast dazu.
Das Video zum Campusfest findet ihr hier:
Mitwirkende
Produzentinnen: Esther Nußstein, Hannah Sturm
Kamera: Esther Nußstein, Hannah Sturm
Audio: Esther Nußstein
Schnitt: Aaliyah Meier, Hannah Sturm
Titelbild © Esther Nußstein

