Das Rad bringt uns als treue Begleitung schnell, effizient und umweltschonend von A nach B. Dass es uns auch bis nach Z bringen kann, wird uns regelmäßig auf Social Media vorgelebt. Einigen kitzelt es dann direkt selbst in den Fingern, oder auch in den Wadeln. Worauf man bei seinem nächsten Abenteuer besonders achten sollte, wie man dieser inzwischen schon kommerzialisierten Reiseform möglichst kostengünstig nachgehen kann und warum gerade Regensburg ein optimaler Startpunkt ist, möchte ich im Folgenden erschließen.
von Kilian Riegl
Worauf muss ich achten?
Das Schöne an Radreisen ist, dass man sich keine Gedanken darüber machen muss, was man als Nächstes tun soll. Die Antwort lautet in den meisten Fällen: in die Pedale treten. Diese Absenz von Entscheidungen ist es, was langen Touren einen meditativen Charakter verleiht. Man kann gedanklich total abschalten, weil fast immer klar ist, was zu tun ist. Damit es überhaupt so weit kommt, bedarf es allerdings einer gewissen Vorplanung. Je nach körperlicher Fitness sollte man sich zwischen 50 und 150 km pro Tag vornehmen. Alle drei Tage empfiehlt sich ein Sightseeing-Tag mit geringer Fahrtstrecke, damit sich der Körper etwas erholen kann.
Auch nicht zu unterschätzen ist die schiere Menge an Lebensmitteln, die man während der Fahrt zu sich nehmen muss. Kohlenhydrate, in welcher Form auch immer, sind dabei das Benzin für den Motor in uns. Daher gilt es, in regelmäßigen Abständen – noch bevor der Hunger eintritt – genug zu essen. Das Wichtigste ist es allerdings, auf den Körper zu hören und jeden Moment zu genießen. Nur so lebt man optimal in den Tag hinein.
Es braucht nicht immer das beste Equipment
Auf meiner 700 km langen Reise von Regensburg nach Budapest hatte ich kein abgefahrenes Carbon Gravelbike. Ein komfortables, passend eingestelltes Trekkingrad mit pannensicheren Reifen, frisch geölter Kette und einem harten Sattel funktioniert genauso – die Polsterung sollte schließlich aus der Radhose kommen und nicht vom Sattel selbst. Entweder hat man ein solches Rad schon irgendwo rumstehen oder man kauft es sich eben für einen schmalen Taler bei Kleinanzeigen oder Buycycle.
Das Rad ist das eine, doch wie sieht es mit der Campingausrüstung und deren Aufbewahrung aus? Leichte Trekkingzelte gibt es bei Amazon ab 40 Euro. Und was man selbst nicht da hat, hat bestimmt ein Freund oder eine Freundin über. Verstauen lässt sich das alles erstaunlich kompakt in einer großen IKEA-Einkaufstasche (die blauen aus Kunststoff). Nur noch mit einem Spanngurt oder notfalls einem Gürtel am Gepäckträger befestigen und schon kann die Reise losgehen. Und genau davon lebt ein Abenteuer doch gerade: Spontanität und Ungewissheit sind es, was Erlebnisse unvergesslich macht.
Von Ratisbona aus lässt es sich bona radln
Mit dem Donauradweg direkt vor der Haustür bietet Regensburg eine optimale, einsteigerfreundliche Fahrradroute ohne viele Höhenmeter und mit unzähligen Übernachtungsmöglichkeiten. Besonders gut ist die Infrastruktur auf dem Weg nach Wien. Insgesamt erstreckt sich der Donauradweg von Donaueschingen in Baden-Württemberg durch zehn Länder bis ans Schwarze Meer. Entlang des Flusses warten eine wunderschöne Natur, historische Städte und optimale Straßenbedingungen. Ein gut gemeinter Tipp noch zum Schluss: Verlasst euch weniger auf Google Maps – die Aufsteller:innen der grünen Wegweiser haben sich schon etwas dabei gedacht.
Titelbild © Kilian Riegl

