TravelTok als Reiseführer?

TravelTok als Reiseführer?
Der Urlaub ist gebucht, die Vorfreude steigt. Aber wie geht man in Zeiten von Social Media die Urlaubsplanung an? Hier folgt ein kleiner Guide, wie du das Beste aus deinem Feed rausholst und dir deinen Konsum selbst zu Nutzen machst. 

von Johanna Augustin

Wenn es um die Urlaubsplanung geht, spielen die sozialen Medien nicht nur als Inspiration sondern auch als Planungstool eine große Rolle. Die Giganten Tiktok und Instagram sind ganz klar die Spitzenreiter in Sachen Urlaubs-Content, weil sie mit ihren individuell abgestimmten Algorithmen die Interessen ihrer Leserschaft erschreckend genau erkennen und unterstützen. Wie aber kann man diesen maßgeschneiderten Algorithmus nutzen, um auch im echten Leben was davon zu haben?  

Urlaub planen mit Tiktok

Nehmen wir mal an, es steht ein Städtetrip nach London an. Die Internet-Recherche beginnt mit einer ganz einfachen Eingabe wie »Essen in London« in der Suchzeile bei Tiktok. Sofort wird man geradezu überschwemmt von einem umfangreichen Angebot an Content. Von schlichten Restaurant-Listen, über Gruppierungen nach Viertel oder Küche, bis hin zu Vlogs von selbsternannten Tester:innen ist alles zu finden.

Zu viel Angebot – was jetzt?

Es dauert nicht lang, und man ist erschöpft. Ständig werden neue „30 Must-Do‘s in London“ angespült, immer mehr versteckte Pubs aufgedeckt und seltene Ausstellungen angepriesen. Die Frage ist: Wofür entscheidet man sich? Was darf man wirklich nicht missen, was ist den Hype wert?  

Doch auch für nicht ganz so Planungs-begeisterte Urlauber:innen hat Tiktok eine Lösung gefunden: Content-Creator:innen stellen Reisepläne zusammen, die die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Essensmöglichkeiten verbinden, sodass diese sogar oft auch geografisch zusammenhängen. Die Tipps der »echten« Bewohner:innen der Stadt sind somit in ein schönes Gesamtpaket geschnürt und werden den User:innen fertig ausgeklügelt präsentiert. 

Es lohnt sich, die Attraktionen, die einen in den Videos am meisten begeistern, bei Google Maps einzuspeichern. In der App kann man Listen erstellen und die gemerkten Orte gleich beim Einspeichern in Kategorien wie Essen, Sightseeing oder Shopping unterteilen. Wenn jede Liste durch ein individuelles Emoji gekennzeichnet wird, fällt einem später vor Ort die Orientierung auf der Karte leichter. 

Wer doch gern selbst Hand anlegt und den Planungsprozess genießt, kann sich die sozialen Medien dennoch als nützliches Tool zu Hilfe ziehen, da so manche Abkürzung oder gar Geheimtipps zur Vorausbuchung von Restaurants oder Museen ebenfalls in den vielfältigen Videos preisgegeben werden. Es bleibt aber zu erwähnen, dass der analoge Weg über Reiseführer auch heute noch relevant ist und in einer Zeit, die immer mehr Begeisterung für alte Sachen (sei es Schallplatte oder Filmkamera), dennoch die Jugend begeistert. 

P.S.: Restaurant Tipps in London

Ich war letztes Jahr selbst für ein paar Tage in London und habe meine Reise größtenteils mit TikTok und Instagram geplant. Hier sind ein paar Tipps, die ich wirklich toll fand. 

  • Jamie Oliver on Catherine Street (Covent Garden)
  • Ottolenghi (Spitalfields)
  • Madera at Treehouse (Marylebone)
  • Carlotta (Marylebone)

Streetfood:

  • Mercato Mayfair
  • Seven Dials Market (Covent Garden)
  • Borough Market 

Titelbild © Johanna Augustin

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