Gegen gesellschaftlichen Fatalismus und Zukunftsmüdigkeit setzt die interaktive Ausstellung im M26 »A Better Future // Different Tomorrows« auf spekulative Kunst, soziale Vorstellungskraft und die Frage, wie eine bessere Zukunft gemeinsam gedacht werden kann.
von Davida Schauer
»The world faces a deficit of social imagination. We find it easy to imagine apocalypse and disaster; or to imagine new generations of technology. But we find it much harder than in the past to imagine a better society a generation or more into the future.«
aus: Geoff Mulgan, The Imaginary Crisis (and how we might quicken social and public imagination), 2020
Dieses Zitat bildet den gedanklichen Kern der Ausstellung »A Better Future // Different Tomorrows«, die vom 9. bis 24. Mai im Rahmen des »Month of Creativity« im Regensburger Kulturenraum M26 stattfindet und von Richard Walther kuratiert wurde.
Jenseits der technologischen Grenzen
Wir leben in einer Welt, die einst unvorstellbar schien. Technologische Innovationen haben Distanzen aufgelöst und Denkweisen verändert. Doch zwischen rasenden wissenschaftlichen Fortschritten, der zunehmenden Beschleunigung des Alltags und der vermeintlichen Kontrolle durch unsere Endgeräte gerät oft eines in den Hintergrund: Entwürfe für ein besseres soziales Miteinander. Die Ausstellung setzt unter Anderem genau hier an und versteht Zukunft nicht als festes Ziel, sondern als einen offenen, synkretischen Prozess.
Die Ausstellung führt durch drei Zeitebenen: In der Vergangenheit wird beleuchtet, wie frühere Visionen und kulturelle Prägungen unsere heutige Vorstellung von Morgen formen. Der Bereich Gegenwart widmet sich den aktuellen Reibungspunkten – vom Plattformkapitalismus bis zur digitalen Beschleunigung und der daraus resultierenden gesellschaftlichen Erschöpfung. Abschließend öffnen spekulative Entwürfe den Blick auf die Zukunft und fragen dabei gezielt nach dem Wünschenswerten statt nach dem bloß Wahrscheinlichen.
»A Better Future // Different Tomorrows« bringt dafür internationale und lokale Künstler:innen zusammen, die diese Themen aus unterschiedlichen geografischen Perspektiven interpretieren. Die Werke schlagen eine Brücke von den Schatten der Kolonialzeit über digitale Experimente bis hin zu neuen Lebensentwürfen. Dabei entstehen Visionen, die zeigen, wie wir in Zukunft gerechter und besser miteinander umgehen könnten.
Ausstellende Künstler:innen: Driss Ouaamar (MAR), Martin Schütz (CZE), Yanis Ratbi (MAR), Georg Lesk (DE), Angelica Whitehorne (USA), Florian Hauer (DE), Sina Simburger (DE), Richard Walther (DE)
Mitmachen und Gestalten
Die Schau ist als offener Raum konzipiert, der Ideen Platz bietet, die im Alltag oft verworfen werden. So können Besucher:innen in diesen Workshops selbst aktiv werden:
• Comic Jam & Illustratorinnenstammtisch (Samstag, 16.05., 12 Uhr & 19 Uhr): Hier wird innerhalb von acht Stunden gemeinsam ein Comic entwickelt; im Anschluss findet ein Austausch mit professionellen Designer:innen und Illustratorinnen statt.
• »Unsere schöne Zukunft« (Samstag, 16.05., 14 Uhr): In diesem Workshop (Anmeldung erforderlich) werden durch Zeichnen und Basteln Bilder und Konzepte für ein »gutes Leben« in der Zukunft entworfen.
• Mosaik-Workshop (Donnerstag, 21.05., 17 Uhr): Teilnehmende nutzen die traditionelle Mosaikkunst, um Stein für Stein eine persönliche Zukunftsvision zu gestalten (Anmeldung erforderlich).
• Speculative Worldbuilding (Freitag, 22.05., 16 Uhr): Unter der Fragestellung »Was wäre, wenn?« werden gemeinsam fiktionale Welten und alternative Zukunftsszenarien entwickelt und diskutiert.
Mehr Informationen zu der Ausstellung und den Workshops:
Titelbild © Olivia Rabe

