Zwischen einer echten Hochzeit, einem Bühnenbild, das an die Insel Puerto Rico erinnern soll, und einem Aufgebot an tanzenden Stars: Mit über 135 Millionen Zuschauer:innen bricht die diesjährige Super-Bowl-Halftime-Show von Bad Bunny alle bisherigen Rekorde und setzt gleichzeitig ein wichtiges politisches Statement.
von Julia Hiltl
Bad Bunny, mit vollem Namen Benito Antonio Martínez Ocasio, geboren in Puerto Rico, ist in der Popmusikwelt schon längst kein Unbekannter mehr. Er begeistert mit spanischsprachigen Reggaeton-Hits und zählt zu den meistgestreamten Spotify-Künstlern weltweit. Mit seinem Werk »DeBÍ TiRAR MáS FOToS« gewann der Sänger im Februar 2026 den Grammy Award für das beste Album des Jahres. Schon bei den Grammy Awards positionierte sich der Sänger, in seiner Dankesrede klar und deutlich gegen die Politik des US-Präsidenten Donald Trump und dessen Einwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement), die mit ihrem brutalen und menschenverachtendem Vorgehen die amerikanische Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzen. Mit den Worten »We’re not savage, we’re not animals, we’re not aliens. We are humans, and we are Americans«, greift Bad Bunny die beleidigenden Aussagen, die der US-Präsident gegen die lateinamerikanische Community in den letzten Monaten tätigte, auf und bietet ihm gekonnt die Stirn. Nicht verwunderlich, dass viele Fans schon im Vorhinein spekulierten, wie der Sänger seine Bühne bei der Halbzeitshow des Super Bowls nutzen würde.
»Qué rico es ser Latino«
Diese Textzeile bedeutet übersetzt »Wie schön es ist, Latino zu sein«. Mit diesem Satz beginnt die Show des Künstlers. Als Bühnenbild fungiert eine Zuckerrohrplantage, die an die Heimat des Künstlers, Puerto Rico, erinnern soll. Diese dient zugleich als Anspielung an die Wirtschafts- und Kolonialgeschichte des Landes. Benito teilt sich die Bühne mit Feldarbeiter:innen und tanzt danach kurzerhand durch das puertoricanische Straßenleben: Eine Liebeserklärung an sein Heimatland. Zudem auf der Bühne zu sehen waren: Stars wie Pedro Pascal, Karol G und weitere erfolgreiche Persönlichkeiten, ebenfalls mit lateinamerikanischem Hintergrund. Etwa dreizehn Minuten dauert die Performance, gesungen wird auf Spanisch. Der einzige Satz, der auf Englisch fällt: »God bless America«. Zwischen mitreißenden Choreografien und schnellen Rhythmen wird die Botschaft des Künstlers klar deutlich: »Together, we are America«. Besonders deutlich wird dies, als der Sänger am Ende der Show einen Football mit dieser Aufschrift in die Kamera hält. Danach zählt Bad Bunny alle Länder auf, die zum amerikanischen Kontinent gehören. Gefolgt von einer Menschenmenge, die tanzend zu den jeweiligen Ländern ihre Flaggen schwingen, schafft er damit einen historischen Moment. Zwischen begeisternden Zuschauer:innen und einem spektakulären Feuerwerk erscheint im Hintergrund ein Banner mit der Schrift: »The only thing more powerful than hate is love«.
Eine Botschaft, die Hoffnung macht
Während der Auftritt von Bad Bunny in den sozialen Netzwerken jetzt schon eine riesengroße Welle an positiven Reaktionen ausgelöst hat, ist Donald Trump außer sich und bezeichnet diesen als »absolut grauenhaft« und »eine der schlechtesten Shows jemals«. Doch während der amtierende US-Präsident wahrscheinlich immer noch tobt, war die diesjährige Super-Bowl-Halftime Show für viele Menschen, aber besonders für die Menschen der lateinamerikanischen Community ein absoluter Hoffnungsschimmer. Eine Ermutigung und ein Zuspruch an alle, gemeinsam laut zu werden. Denn kein Mensch ist illegal und Liebe ist immer größer als Hass.
Titelbild © Pauline Kral

