Veni, Vidi, Verdi – Aufruf zum Campusstreik

Verdi
Jeder der am 28. Januar 2026 vorhatte sich eine Mate, einen Kaffee oder eine Leberkassemmel zum Start in den Uni-Tag zu holen wurde heute enttäuscht – mehrere Cafeten an der Uni Regensburg hatten heute zu. Der Grund? Ein Streik der Gewerkschaft Verdi.

von Larissa Hornig

Alle Studierenden, die mit dem Bus an die Uni kommen, könnten es bemerkt haben: An der Bushaltestelle ist ein roter Pavillon der Gewerkschaft mit Infomaterial und natürlich den Streikenden. Das Studierendenwerk Niederbayern Oberpfalz (kurz: STWNO) ruft zusammen mit dem Uniklinikum zum Streik auf. Die konkreten Forderungen beinhalten 200€ mehr Azubi Gehalt und eine unbefristete Übernahme. Außerdem soll ein höheres Bruttogehalt ausgehandelt werden: 7% mehr – mindestens 300€. Die Lautschrift hat Verena Mix, Jugendsekretärin bei Verdi, ein paar Fragen zur heutigen Aktion gestellt.

Lautschrift: Wo liegt derzeit das Hauptproblem für Gewerkschaftler:innen?

Verena Mix: Die Arbeitgeber bewegen sich nicht und in diesem Fall sind auch Politiker die Arbeitgeber. Dazu kommt, dass, je nachdem wer gerade an der Macht ist, sich auch die allgemeine Haltung zu Streiks ändert. Seit die Union regiert ist die Streikbereitschaft deutlich gesunken.

Lautschrift: Wie sehen weitere Pläne der Gewerkschaft Verdi aus?

Verena Mix: Nächsten Montag ist bereits der nächste große Streik geplant. Die Unikliniken sind bereits seit diesem Montag im Streik.

Lautschrift: Was ist eure Hoffnung für Studierende?

Verena Mix: Verdi ist nicht nur für Auszubildende oder Festangestellte da. Auch studentisch Beschäftigte, also Hilfskräfte, Tutoriums-Leitungen und so weiter dürfen sich engagieren. Die sind meistens der Willkür der Professoren ausgesetzt, Urlaubstage sind oft nicht geregelt.

Lautschrift: Fehlt hierbei noch Engagement?

Verena Mix: Oft hören wir nichts mehr von studentisch Beschäftigten, speziell in Regensburg. Das heißt aber nicht, dass das Bedürfnis oder der Wille nicht da ist. In Passau zum Beispiel haben wir viele Mitglieder, die an der Uni beschäftigt sind.

Lautschrift: Gibt es noch einen letzten Appell an Studierende?

Verena Mix: Ich glaube das wichtigste ist einfach zu verstehen, dass die Motivation immer von den Menschen ausgehen muss, sonst kann sich nichts für uns bewegen.

Übrigens standen heute nicht nur in Regensburg die Cafeten still. Der »Campusstreiktag« umfasste mehrere Aktionen in ganz Bayern unter anderem in München, Nürnberg/Erlangen, Augsburg, Bamberg und Würzburg. Das Zeichen? Bildung und Wissenschaft sollten kein Kostenfaktor sondern eine Zukunftsinvestition sein.


Titelbild © Helena Dyck

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Studentin der Politikwissenschaft und Anglistik

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