Ein nicht so »romantischer Weihnachtsmarkt«

Ein nicht so »romantischer Weihnachtsmarkt«
Der »romantische Weihnachtsmarkt« in dem Schloss Thurn und Taxis sorgt für Kritik, da die veranstaltenden Personen der rechten Szene angehören. Aus diesem Grund wird am 6. Dezember ein »Gegenweihnachtsmarkt« von verschiedenen Gruppierungen Regensburgs organisiert. Es soll ein Zeichen gegen »gegen die diskriminierenden und klimawandelleugneden Aussagen« der Fürstin setzen.

von Fennek Eidel

Mit einer Lesung des neuen Buches »Lieber unerhört als ungehört« von Gloria von Thurn und Taxis, einem »Kinderzauberwald« sowie einer idyllisch, magischen Atmosphäre lockt der »romantische Weihnachtsmarkt« auf dem fürstlichen Anwesen. Dieses Bild bröckelt jedoch bei längerer Recherche zu den veranstaltenden Personen. Ich habe mich mit Sophia (alle Pronomen), der pressesprechenden Person des Gegenweihnachtsmarktes unterhalten, um Näheres herauszufinden.

Die Kritik am fürstlichen Weihnachtsmarkt

Gloria von Thurn und Taxis ist in Regensburg bekannt als Rechtspopulistin mit einer starken Vernetzung in der rechten Szene. Darunter Viktor Orbán, Samuel Elito und den Organisator des Potsdamer Treffens. Sie fällt ebenfalls durch ihre politische Meinung, die sie auf verschiedenen Plattformen verkündet, auf. Bereits 2001 äußert sie sich rassistisch in einem Interview mit Michel Friedmann: »Afrika hat Probleme nicht wegen der Verhütung. Da sterben die Leute an Aids, weil sie zu viel schnackseln. Der Schwarze schnackselt gerne.« Des Weiteren ist sie gegen Abtreibungen: »Man hat die Leute vom Staat aus bezahlt, dass sie ihre Kinder im Mutterleib töten und wie das passiert ist so brutal«. Frau von Thurn und Taxis vertritt kolonialistische Ansichten: »Die Afrikanerin hat selber gesagt: Gott sei Dank haben wir die christliche Religion bekommen, weil wir haben vorher noch unsere Kinder geopfert wenn schlechtes Wetter war.« (min. 35) Sie spricht sich gegen die Coronaimpfungen aus: »und heute retrospektiv, wo wir wissen, dass Großteil der Impfungen womöglich Placebos waren (…), dass es ein großer Menschenversuch war, um zu sehen, wie folgsam die Menschen sind«. Frau von Thurn und Taxis betitelt sich selbst als rechts und konservativ, ist eine AfD-Sympathisantin und vertritt homophobe und transphobe Ansichten. Ein weiterer Kritikpunkt sind die hohen Kosten des Marktes, circa 13,50 Euro pro Person. Deshalb wird der Gegenweihnachtsmarkt antikapitalistisch gestaltet sein.

Der »Romantische Weihnachtsprotest gegen Thurn und Taxis«

Sophia erklärt mir, dass der »Romantische Weihnachtsprotest gegen Thurn und Taxis« ein klares Zeichen gegen die obengenannten Aussagen setzen und aufklärend wirken soll. Er soll zeigen, dass ein romantischer Weihnachtsmarkt ohne Unterstützung rechter Populist:innen veranstaltet werden sollte und auch ohne Profit möglich sein kann. Deswegen ist der Eintritt frei, Getränke und Essen auf Spendenbasis. Auch ein Programm wird es geben, mit Redebeiträge, Livemusik und Poetryslams. Vertreten sind verschiedene politische Gruppen, wie Fridays for Future, Studis gegen Rechts und SoliAsyl. Er findet am 6. Dezember ab 16 Uhr am St. Emmeramsplatz statt. Der Weihnachtsmarkt bietet eine Mischung aus politischer Arbeit und Weihnachtsmarktfeeling durch den Aufbau der Weihnachtsbuden. Die Stände werden von Vertretungen der Gruppen besetzt. Sie bieten Informationen zu ihrer Arbeit, sowie typische Weihnachtsmarktgegenstände, wie Plätzchen, Punsch oder Selbstgemachtes, an. Um den Weihnachtsmarkt möglich inklusiv und sicher für alle zu gestalten, gibt es ein Awareness-Team, verschiedene Rückzugsorte sowie zahlreiche Ansprechpersonen.

Ein Konzept, das funktioniert

Der Weihnachtsmarkt gegen Frau Thurn und Taxis rechnet mit rund 1.000 Besucher:innen und zeigt somit: Das Konzept funktioniert und erzielt positives Feedback.


Titelbild©Fennek Eidel

Quellen:

https://www.youtube.com/watch?v=fGxvemInSKM

https://m.youtube.com/watch?v=ubOeF1kUymc

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