Und wieder grüßt das Semesterticket

In der Podiumsdiskussion am Mittwoch war das Semesterticket das Hauptthema im Schlagabtausch der politischen Hochschullisten. Nach wie vor sitzt die Bunte Liste auf der Anklagebank.

podiumsdiskussion
Viele Zuschauer kamen nicht ins Vorklinikum: Im H38 diskutierten unter der Leitung von Louisa Knobloch (dritte von rechts)
Martin Oswald von den Bieraten, Hein­rich Kiel­horn von LAF/Jusos, Daniel Gaittet von der Bunten Liste, Ben­ja­min Gürt­ler
vom RCDS und Lukas Meyer von der liberalen Hochschulgruppe (von links nach rechts). Foto: Basl.

Daniel Gaittet macht sich langsam eine Banane auf, beißt genüsslich hinein und blickt in die Runde. Er sitzt als Vertreter der Bunten Liste und Grünen Hochschulgruppe auf dem Podium des H38. Soeben wurde das Debakel um das Semesterticket angesprochen. Dabei hatte Gaittet doch zu Beginn der Podiumsdiskussion darauf beharrt, dass das Semesterticket ein irrelevantes Thema für die kommende Hochschulwahl sei.

Da sind sie wieder, die alten Geister, die die Bunte Liste (BL) im vergangenen Semester verfolgt hatten. Denn für die LAF/Jusos, den RCDS und die Bieraten ist das Semesterticket im Wahlkampf auf jeden Fall relevant: „Die Burgfriedenpolitik der Bunten Liste hätte uns in eine Katastrophe geführt“, sagt Heinrich Kielhorn von den Jusos. Es ist das Leitthema der Podiumsdiskussion: Das Semesterticket und die viel kritisierte Herangehensweise der Bunten Liste. Die Vorwürfe stehen erneut im Raum: Die BL habe eine falsche Informationspolitik betrieben, sie habe die Vollversammlung und den Konvent hintergangen, monieren Heinrich Kielhorn, Benjamin Gürtler (RCDS), und Martin Oswald (Bieraten); und Gaittet versucht sich wieder und wieder zu rechtfertigen. „Der Plan der Bieraten ist es, die BL zu entmachten“, sagt Oswald und erntet dafür von den im Publikum sitzenden Anhängern  der Jusos und des RCDS großen Applaus.

Die BL-Kritik eint die Listen, die sich auch sonst eine parteiübergreifende Zusammenarbeit vorstellen können. „Wir schließen eine Koalition mit dem RCDS nicht aus, wenn es bei konkreten Themen Schnittmengen gibt“, sagt Kielhorn. Gerade beim Aspekt der Sicherheit auf dem Weg zu den Parkplätzen in der Nacht sind die Jusos dem RCDS nahe. „Wir wollen eine bessere Beschilderung der Ausgänge, mehr Lampen auf den Weg zu den Parkplätzen und möglichweise die Installation von Überwachungskameras“, sagt Gürtler über das Wahlprogramm des RCDS.

Anders sieht das Gaittet: „Kameras führen nicht zu mehr Sicherheit, sondern zu mehr Angst unter den Studierenden!“ Gaittet spielt seine Rolle als Kritiker der anderen Listen in der Podiumsdiskussion perfekt: Schon zu Beginn klinkt er sich immer wieder ein, vorbei an der zurückhaltenden Moderatorin Louisa Knobloch von der Mittelbayerischen Zeitung. So wirft er den Jusos und dem RCDS unter anderem vor, ihr Lösungsvorschlag für das Semesterticket hätten das Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz letztlich dazu gezwungen, große finanzielle Rücklagen zu bilden. „Dieses Geld fehlt dann zur Sanierung der Wohnheime, sollte eines mal abbrennen“, sagt Gaittet.

Die fünf Listen, die zur Wahl antreten (Bieraten, BL/GHG, LAF/Jusos, RCDS und LHG), haben in der Podiumsdiskussion ihre Programme vorgestellt – erreicht hat diese Diskussion nur wenige Studenten: Nur knapp 50 haben den Weg in das Vorklinikum gefunden. Jedoch hat die Podiumsdiskussion eines nochmal sehr deutlich gezeigt: Das Debakel um das Semesterticket ist noch lange nicht verarbeitet.

Ab kommenden Freitag wird die Wahlausgabe der Lautschrift mit Interviews der Listenvertreter und Informationen zu den Hochschulwahlen am Campus verteilt.

Ein Kommentar bei „Und wieder grüßt das Semesterticket“

  1. Hochschulstudent sagt: Antworten

    Nicht zu vergessen ist, dass die Politik der BL auch das Semesterticket der Hochschule gefährdet hat mit ihrer leichtsinnigen und naiven Verhandlung.

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