Ronaldo, Nietzsche, Einstein – ja das kann nur Klama sein

Im Kunstforum der Ostdeutschen Galerie Regensburg wurde Mitte März die Ausstellung des deutschen Zeichners und Cartoonisten Dieter Olaf Klama eröffnet. Der Künstler, der vor allem durch seine Cartoons und Zeichentrickfilme bekannt wurde, begann seine Karriere als Zeichner von Karikaturen in Zeitungen sowie Zeitschriften.

Zu seinen bekanntesten Werken im animierten Bereich zählen die Zeichentrickserie Circus Zapzaroni, die in der Münchner Abendschau des Bayerischen Rundfunks sechs Jahre lang zu sehen war, sowie der Film Olümpia Mynchen, der 1972 anlässlich der Olympischen Spiele in München kreiert wurde. So wurden ihm durch sein filmerisches Schaffen Auszeichnungen wie der Italiensche Filmpreis, als auch eine Oscar-Nominierung zu Teil. Über 30 Jahre lang publizierte er Zeichnungen für die Süddeutsche Zeitung, den Stern und die Zeit.

Als erwähnenswerte Ausstellungen seiner Zeichnungen sind unter anderem die Allianz der Legenden, eine Ausstellung zur Fußball-WM 2006 in Deutschland und seine Werkschau in Regensburg zu nennen, da in dieser unbekannte Werke des Künstlers zu sehen waren. Nicht nur seine Filme und Cartoons sind Teil der Ausstellung, sondern auch großformatige Zeichnungen und Collagen.

Diese Fakten sind alle gut zu wissen, denn generell sind nicht viele Informationen über Klama zu finden. Wenn man nach seinem Namen im Internet sucht, findet man hauptsächlich nur spärliche Zeitungsartikel über seine Ausstellungen, nicht mal einen Videoausschnitt seiner Filme auf Youtube. Auch Klama selbst sagt, dass das Interesse an der Cartoon-Kunst in Deutschland, speziell in Museen, viel zu gering ist. Auch werden in Zeitungen wie der Süddeutschen Zeitung keine Seiten mit Cartoons mehr publiziert, obwohl der Geburtsort dieser Kunstform ursprünglich in den Zeitungen lag.

Dies enttäuscht, da die Sammlung seiner Zeichnungen in der Werkschau der Ostdeutschen Galerie, die sich über einen Schaffungsphase von 50 Jahren erstreckt, durch ihre Vielfalt und ihre Stilbrüche etwas ganz Besonderes ist. So findet sich in vielen seiner Zeichnungen der Karikaturstil, der aber gleichzeitig mit realistischen Abbildungen gemischt wird.

Obwohl Klama sich selbst nicht als politisch oder gesellschaftskritisch sieht, wie er bei der Eröffnung der Ausstellung sagte, lassen sich diese Einstellungen aus vielen seiner Werke herauslesen. Wenn er zum Beispiel neben einer französischen Guillotine einen Berg von Totenköpfen abbildet oder auch das Motiv des Kapitalismus ist oft zu finden.

Weitere Merkmale seiner Kunst sind Absurdität und Ironie. So sieht man einen blinden Geiger, der sein Notenblatt umblättert oder einen Alkoholiker, der seine Weinflaschen nicht entkorken kann. Ernstgemeint dagegen sind seine Abbildungen von Sportstars wie Schweinsteiger oder Ronaldo, die einen ganzen Raum der Ausstellung füllen. Ebenso gibt es andere thematische Räume, die Kraftfahrzeugen oder berühmten Personen der Geschichte wie Nietzsche, Einstein oder Gandhi gewidmet sind – alle im ironischen Stil dargestellt. Es ist eben diese Vielschichtigkeit, die seine Werke so wertvoll macht.

Im Rahmen der Werkschau in Regensburg ist das Buch Cartoon entstanden, das ich wärmstens empfehlen kann. In diesem sind viele Werke der Ausstellung abgebildet, die einen ewig amüsieren können. Zudem rege ich dazu an, Ausstellungen wie diese, wenn sie euren Weg kreuzen, nicht zu ignorieren – damit es hoffentlich bald ein Silver Age des Cartoons gibt.

Die Klama-Ausstellung ist am 24. Juni zu Ende gegangen.

Nächste Ausstellung in der Ostdeutschen Galerie: “Geometrie, Farbe. Licht. Ben Muthofer – retrospektiv” ab dem 15. Juli.

Text: Elsa Venzmer

Zeichnung: © Dieter Olaf Klama

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