Rikas – die Beach Boys aus Schwaben

Vor ziemlich genau einem Jahr hat es mich bei typischem Regensburger Winter- Nebel-Wetter auf ein Konzert einer mir damals noch unbekannten Band in der Heimat Bar verschlagen. Die kuschelige, beinahe familiäre Stimmung in der echt winzig kleinen Bar, die bei knapp hundert Gästen beinahe aus allen Nähten platzte, hätte dennoch kaum besser sein können. Der sonnige, sommerliche Sound, bei dem man sich ganz einfach für ein paar Stunden aus dem regnerischen, kalten Deutschland direkt an den Strand inklusive Palmen und Hawaii-Outfit träumen kann, haben mich überzeugt und seitdem bin ich großer Fan der Rikas.

von Verena Gerbl

Noch nie davon gehört? Das ist nicht verwunderlich. Chris, Ferdi, Sascha und Sam sind auch noch recht unbekannt – was sich meiner Meinung nach aber ändern sollte. Die vier Kumpel aus der Schwabenmetropole Stuttgart kennen sich bereits aus Schulzeiten – wo sie ihre Musikkarriere schon früh als Schulband im Musikkeller der Eltern mit dem Namen Too Young To Shave starteten. Die Teenager Jahre vergingen jedoch schnell und als der Name irgendwann nicht mehr so ganz zu passen schien, nahmen sie sich Hunde zum Vorbild – und sind seitdem als Rikas bekannt. Als Vorband, gebucht auf etlichen Festivals in Deutschland in den vergangenen Jahren, ist ihnen der Überraschungserfolg schließlich gelungen. Die auf Englisch und Deutsch singenden Jungs werden mittlerweile nicht mehr nur als Vorprogramm für andere Bands gebucht, sondern feiern schon eigenen Erfolge auch mit Konzerten wie hier in Regensburg. Da ihre Karriere anfangs jedoch beschwerlich war – Stuttgart ist als nationales Sprungbrett nicht sonderlich gut geeignet – mussten sie sich mit dem Interrail-Ticket erst auf Europareise begeben, um als Straßenmusiker für ihre Bekanntheit zu sorgen. Mittlerweile haben sie ihre Fankreise aber auch auf außerhalb Schwabens erfolgreich erweitern können.

Wer den aktuellen Konzerttour-Plan verfolgen möchte, hier entlang.

Aber wie klingen die Rikas?

Ihre Musikrichtung ist irgendwo zwischen Indie und Alternative einzuordnen und macht beim Zuhören einfach sofort gute Laune, dank Rhythmen die an Meer, Sonne und Strand erinnern. Ihr Sound ist aber auch von der Musik ihrer Eltern geprägt – den Beatles und den Beach Boys. Beim Hören des im April 2018 veröffentlichten Debütalbums kann man auch deutlich Gemeinsamkeiten mit den Vorbildern heraushören. Die 70er Jahre Beats lassen sie jedoch keineswegs altbacken erscheinen, sondern verleihen eine sympathische Portion Charme und Einzigartigkeit. Die selbstgeschriebenen Songs stechen ohnehin unter den zahlreichen Coverbands hervor. Die Leichtigkeit der europäischen Fußgängerzonen haben sie mit facettenreichen Rhythmen und Gesang zu einer Musikrichtung verbunden, die auch für den ein oder anderen Ohrwurm sorgt – wie „Tortellini Tuesday“ im unten angefügten Link. Also: Einfach mal reinhören! So ein bisschen Südsee kann bei all dem Klausurenstress ohnehin nicht schaden – da bucht sich der nächste Sommerurlaub schon fast von ganz allein. 

Hier noch ein paar Links meiner persönlichen Empfehlungen:

Bildquelle Beitragsbild: https://thepostie.de/rezensionen/rikas-showtime/

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