Yesterday – Am Dienstag im Studikino

Man mag sich fragen, wann denn die Ära der Musikfilme endlich ein Ende nimmt, doch in Zeiten von Comic- und Literaturverfilmungen kommt dieses Filmgenre
gerade recht, um den Einheitsbrei aufzumischen. Yesterday gesellt sich also wunderbar zu seinen Kollegen A Star is Born, Bohemian Rapsody und dem gerade im Januar erst erschienenen Lindenberg Mach dein Ding-Film. Also perfekte Zeiten für Musikfans.

von Yvonne Mikschl

Zurück zu Yesterday. Jack Malik ist ein sehr erfolgloser Straßenmusiker, dessen einzige Motivatorin seine Freundin Ellie ist. Bei einem weltweiten Stromausfall wird Jack von einem Bus angefahren und verliert zwei Zähne. Nach und nach kämpft er sich zurück ins Leben und muss bald feststellen, dass es nicht nur bestimmte Dinge wie Coca-Cola nicht mehr gibt, sondern dass dieser zwölf-Sekunden-Stromausfall die Musik der Beatles um John Lennon ausgelöscht hat. Irrwitziger Weise erinnert sich ausgerechnet Jack als einziger noch an alle Texte und wird fast schon über Nacht zum Internetphänomen. Bald kommen Plattenvertrag und Ruhm, doch dadurch entfernt er sich immer mehr von seiner Freundin und ehemaligen Managerin Ellie, zudem plagt Jack durchgängig das schlechte Gewissen. Wird er irgendwann der Öffentlichkeit, die ihn feiert, sein dunkles Geheimnis offenbaren?

Selten hat mich ein Film so bewegt und gleichzeitig so zum Lachen gebracht wie dieser Streifen von Regisseur Danny Boyle. Warum? Die Handlung – zugegeben – ist nicht sonderlich unrealistisch. Man möchte sich erst gar nicht vorstellen, was los wäre, wenn es die Musik von Justin Bieber oder Ed Sheeran nicht mehr gibt… Apropos: Mit seinem Auftritt in Yesterday – er entwickelt sich schnell zur Nebenfigur – verleiht Sheeran dem Streifen eine gewisse Modernität und bestätigt den britischen Humor, der sich wie ein roter Faden durch den Film zieht. Das Lustigste am Film ist meiner Meinung nach die Umbenennung des Beatles-Songs »Hey Jude« in »Hey Dude«…

Fazit: Yesterday trumpft mit großen Gefühlen, stimmigen Songs und einem großen Topf britischem Humor. Zudem überzeugt gerade die schauspielerische Leistung des Jack-Darstellers Himesh Patel. Vielleicht ist dieser Streifen gerade ein Anwärter auf die Oscars, wer weiß?

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