Am Dienstag im Studikino: »Pokémon Meisterdetektiv Pikachu« (OmU)

Pokémon ist ohne Frage eines der bekanntesten Franchises der Welt. Geht man nach den Einnahmen, ist es sogar das ertragsreichste, noch vor Star Wars, Hello Kitty oder Marvel. Mehrere Generationen sind mit den Spielen und dem Anime aufgewachsen und gerade mit dem Erfolg vom Smartphone-Game Pokémon Go lockt die bunte Welt mit den mittlerweile 890 Taschenmonstern immer noch Millionen Fans vor diverse Bildschirme. Da war es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis Pokémon auch im Real Life Format die großen Leinwände der Welt erobert: Pünktlich zum knapp zwei Wochen zurückliegenden Release der neuen Hauptreihen-Spiele für die Nintendo Switch, Schild und Schwert, zeigt das Studikino der Universität Regensburg Pokémon Meisterdetektiv Pikachu [OmU], wofür das gleichnamige Nintendo 3DS Spiel als Vorlage diente. 

von Elias Schäfer

Der 21-jährige Tim Goodman (Justice Smith) hatte schon immer den Traum, Pokémon Trainer zu werden – gereicht hat es allerdings nur für einen schnöden Job als Versicherungsvertreter, da er nach dem Tod seiner Mutter und dem Verschwinden seines Vaters jegliche Motivation verlor. Sein Leben wird auf einen Schlag jedoch noch mehr auf den Kopf gestellt, als er erfährt, dass sein Vater nach einem Autounfall auch nicht mehr unter den Lebenden weile. Daraufhin muss Tim nach Ryme City – eine utopische Metropole voller moderner Technik und Neonlichter, in der Pokémon Seite an Seite friedlich mit Menschen zusammenleben – um die Besitztümer seines Vaters, der ein berühmter Detektiv war, an sich zu nehmen. Dabei ist Tim, zu seiner Überraschung, nicht alleine in dessen Büro, sondern trifft ein sprechendes (was eine Besonderheit darstellt, da Pokémon normalerweise nichts sagen können, außer ihren Namen), vorlautes Pikachu (Ryan Reynolds), das an Amnesie leidet, womit das Abenteuer schließlich seinen Lauf nimmt.

 

Ein bunter Crime-Thriller im Pokémon Gewand

Trotz seines FSK 6 Ratings ist Pokémon Meisterdetektiv Pikachu gar nicht mal so kinderfreundlich, wie man meinen möchte. Klar, der Humor ist nicht der anspruchsvollste, die Story nicht die ausgefeilteste, aber so etwas sollte bei einem High Budget Pokémon-Film auch nicht erwartet werden; es ist und bleibt Popcorn-Kino. Nichtsdestotrotz beschäftigt sich der Streifen mit illegalen Underground Pokémonkämpfen, einem mysteriösen Virus, der eigentlich friedliche Pokémon in brutale Kampfmaschinen verwandelt, unmenschlichen Versuchen an Pokémon und, allgemein gesagt, um Tod und Verbrechen, denn im Kern ist der Film immer noch ein Krimi. Nur eben mit süßen Tierchen, lockerem Humor und einer netten Liebesgeschichte zwischen Tim Goodman und der jungen, rasenden Reporterin Lucy Stevens (Kathryn Newton).

Apropos Humor: Die Show stiehlt das von Ryan Reynolds gespielte Pikachu, das das mit weitem Abstand bekannteste Pokémon ist und das gelbe, mausähnliche, pausbäckige Gesicht des gesamten Franchises darstellt. Dieses gibt sich mal süß, mal frech, mal niedergeschlagen und bringt eine aus Filmen wie Ted bekannte Mann-Kuscheltier Dynamik in diesen Streifen, die wirklich Spaß macht.

 

Schöne Animationen und kurzweiliges Storytelling

Neben Pikachu treten auch viele andere Pokémon wie Glurak, Pantimos oder Griffel auf, die allesamt sehr ansprechend animiert wurden, ihre eigenen Persönlichkeiten haben und sich sehr gut in die Welt Ryme Citys einfügen. Diese fiktive Stadt ist ebenso äußerst interessant designt und gibt dem ganzen Film einen ästhetisch-futuristischen Neo-Noir Vibe, der perfekt zur erzählten Detektivgeschichte passt. Während dieser bekommt man gar keine Chance, sich irgendwie zu langweilen, da immer irgendetwas passiert und die Story mit 104 Minuten eine für solch einen Film passende Laufzeit hat, um sich zu entfalten und gleichzeitig einen runden Abschluss zu finden.

Pokémon Meisterdetektiv Pikachu ist bei weitem nicht der erste Pokémon-Film, jedoch der erste, der mit einem Real Life Setting aufwartet. Realverfilmungen von Videospielen beziehungsweise Zeichentrickserien können zwar gut und gerne mal komplett danebengreifen – man betrachte alleine Beispiele wie Super Mario Bros., M. Night Shyamalans Die Legende von Aang oder alles, woran sich Uwe Boll jemals gewagt hat – doch Regisseur Rob Letterman macht, wie man an den überwiegend positiven Kritikerstimmen und dem Einspielergebnis von über 400 Millionen US-Dollar sieht, hier in der Tat Vieles richtig. 

 

Fazit

Der Film nimmt sich nicht ernster, als die Vorlage es erlaubt, verbindet die wichtigsten Elemente von Krimi, Humor und Pokémon zu einem Laune machenden Ganzen und sorgt damit für wohlige Gefühle bei jungen sowie alteingesessenen Pokémon-Fans. Egal, ob man mit Rot und Blau oder mit Sonne und Mond aufgewachsen ist: Pokémon Meisterdetektiv Pikachu bietet einen kurzweiligen Filmabend für jede Altersgruppe, darunter natürlich auch für Studierende, die sich wieder ein bisschen nostalgisch fühlen wollen und es morgen im H16 ab 20 Uhr auch können.

 

Bildquelle: https://studikino.de/?tribe_events=pokemon-meisterdetektiv-pikachu-omu

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