PiAs – Psychotherapeuten in Ausbeutung – Der Kampf geht weiter!

Trotz 5 Jahren Studium kein Anspruch auf Bezahlung oder Urlaub? Angehende Psychotherapeuten, die eine wichtige Rolle in der klinischen Versorgung von psychisch Kranken spielen, haben Praktikantenstatus, obwohl sie für eine ganze Station eigenverantwortlich sind – und bezahlen für diese Ausbildung auch noch! Das soll sich nun endlich ändern mit dem Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz (PsychThGAusbRefG), doch die sich aktuell schon in Ausbildung oder Studium befindenden Personen sollen leer ausgehen.

Von Laura Hiendl und Anika Schiller

Arbeiten ohne Lohn und am Wochenende büffeln müssen trotz abgeschlossenem Studium? Tolle Aussichten! Für viele tausende PiAs (Psychotherapeuten in Ausbildung), die in Kliniken tagtäglich wichtige Arbeit leisten, ist es nach wie vor Realität. Nach einem abgeschlossenem Bachelor- und Masterstudium in Psychologie müssen diejenigen, die später als Psychotherapeut arbeiten wollen, noch 3 Jahre (in Vollzeit) oder 5 Jahre (in Teilzeit) arbeiten, ohne dabei Anspruch auf Bezahlung, Urlaub oder Mutterschutz zu haben. Und sie bezahlen für diese Ausbildung auch noch 20.000 bis 70.000 Euro!

Psychologiestudierende und PiAs haben dagegen mobilgemacht und jetzt gibt es sie tatsächlich: die Gesetzesreform, die diesen Missstand beheben soll. Nun soll sich durch eine Umstrukturierung des Psychologiestudiums endlich etwas ändern. Und das Beste daran? Die Reform gilt nur für diejenigen, die ab (voraussichtlich) 2021 das Studium aufnehmen. Alle anderen gehen – zumindest gemäß dem aktuellen Gesetzesentwurf – leer aus. Laut unserem lieben Herrn Gesundheitsminister hätten sie ja gewusst, worauf sie sich einlassen. Danke auch. Das heißt, wir machen dieselbe Ausbildung und Arbeit wie die Neuen – nur gratis und ohne sozialrechtlichen Status. Und noch dazu müssen wir die Ausbildung innerhalb der nächsten zwölf Jahre abschließen, sonst gilt unser Psychologie-Master gar nicht mehr und wir haben keine Chance, uns auch noch später für den Beruf des Psychotherapeuten zu entscheiden. Machbar? Für manche schon, aber es gibt auch sowas wie Kinder, Krankheiten, Pflege und Nebenjobs, denn irgendwie muss man sich bei minus zehntausenden Euro Lohn auch über Wasser halten.

Wir finden: Eine faire Lösung sieht anders aus! Deshalb gibt es momentan eine Petition, die angemessene Übergangsregelungen für derzeitige Psychologiestudierende und PiAs fordert.  Wenn wir bis 28. Mai 50.000 Unterschriften sammeln können, muss die Petition im Bundestag angehört und die Ausbildungsreform noch einmal diskutiert werden – und es kann eine sinnvolle Übergangsregelung geschaffen werden! Aber im Moment fehlen uns noch Unterschriften. Die Zeit rennt und wir brauchen jede einzelne Stimme! Deshalb hilf mit und unterzeichne die Petition!

Link zur Petition: www.t1p.de/bp92805 (Deadline 28.05.2019)

 

 

Schreibe einen Kommentar