Hitzewelle

Die Hitze hat Deutschland momentan fest im Griff. Nicht nur die Natur braucht dringend etwas Regen. Auch so manche Nachbarn haben anscheinend dringend eine kalte Dusche nötig.

Mir ist warm. Das ist im Grunde das Einzige, woran ich denke, wenn ich in meiner Wohnung sitze. Es ist einfach zu warm. Ja ich weiß, ich wohne nicht im Dachgeschoss. Es gibt also definitiv Menschen, die noch schlimmer dran sind als ich. Trotzdem ist mir zu warm. Durchgehend 27 bis 30 Grad in der Wohnung sind eben einfach zu viel. Auch nachts kühlt es nicht ab. Das macht das Schlafen sehr schwierig. Mit Decke, ihr werdet es erraten, ist es einfach zu warm. Ohne Decke geht aber auch nicht, schließlich käme das Monster unter meinem Bett dann viel zu leicht an mich ran. Und das ist nicht das Einzige. Jeden Tag nehme ich den Müll mit runter ins Müllhaus, das wohl noch drei Straßen weiter zu riechen ist. Wenn ich das nicht machen würde, wäre ich wohl inzwischen von den Fruchtfliegen aufgefressen worden, die sich sofort auf alles stürzen, was in den Mülleimer wandert. Obst hält sich außerhalb des Kühlschranks gerade einmal zwei Tage. Nach dem Einkaufen mache ich jedes Mal drei Kreuze, wenn Milch und Joghurt auf dem superkurzen Weg vom Supermarkt nach Hause nicht sauer werden.

Ich bin nicht die Einzige, der zu warm ist, wie ich über meinen Balkon zum Innenhof, auf dem es selbstverständlich auch viel zu warm ist, beobachten kann. Der Fahrrad-Opa fährt mit offenem Hemd, auf vielen Wäscheständern hängen Badesachen. Die meisten Jalousien sind heruntergelassen, um die Hitze wenigstens etwas draußen zu halten. Meine hellen Vorhänge nützen da leider wenig. Ungefähr ab 9 Uhr abends kehrt Leben zurück in den Innenhof. Viele Nachbarn nutzen die Abende bei immer noch rund 30 Grad, um sich auf ihrem Balkon etwas abzukühlen. Viele Fenster stehen jetzt weit offen, was ungefähr 17  000 Mücken gefallen dürfte. Wenn man genau hinhört, ist viel verschiedene Musik aus den einzelnen Wohnungen zu hören. Das finden andere Nachbarn dann wiederum gar nicht amüsant und müssen ihrem Unmut über diese studentischen Entgleisungen deutlich lauter Luft machen, als die Musik überhaupt zu hören ist. Diese aggressive Stimmung macht die lauen Sommerabende auf dem Balkon dann leider weit weniger lauschig. Wie gut, dass wir Regensburger uns an die Donau flüchten können. Schade nur, dass Abende an der Donau meistens dazu führen, dass man morgens um sieben die Morgenkühle nicht nutzen möchte. Ich zumindest wache erst dann auf, wenn es schon wieder viel zu warm ist, und die ganze Geschichte beginnt von vorn.

Ich hoffe, ihr könnt euch in dieser heißen Phasen ein wenig Abkühlung verschaffen. Nächste Woche meldet sich Regina wieder.

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