Bayerische Theatertage 2016 | Come together – Again ! Refugees Welcome on Stage

Was ergibt sich daraus, wenn sich Menschen mit unterschiedlichen Sprachen und Kulturen zum Musik machen treffen? Eine bunte, laute Mischung voller Freude und Energie, die beweist, dass Musik keine Grenzen kennt.

FotoTheatertage1»Auf den ersten Blick scheint vieles unverständlich« stand über der Bühne vom Konzert Come together- Again! im Rahmen der Bayrischen Theatertage 2016 in Regensburg. Musik aber wird von jedem verstanden.

Ziel dieses Events war es die Bühne für Regensburger Flüchtlinge und Künstler aus verschiedenen Kulturen frei zu machen und dabei zu zeigen, dass knapp ein Jahr nach dem ersten Ankommen von Menschen aus Syrien, Irak oder Afghanistan, der Dialog in all seinen Sprachen und Varianten funktioniert.

Musiker und Sänger aus allen Ecken der Welt hatten sich vor circa 300 begeisterten Zuschauern versammelt. Das Publikum machte bei allem mit: Mit mehr oder weniger Rhythmusgefühl in die Hände klatschen, als drei Syrer libanesische Lieder mit Geige und Schellentrommel interpretierten, ebenso wie schweigen und gebannt lauschen, als die junge Lyriksängerin Martina Fender ein Stück des brasilianischen Komponisten Heitor Villa-Lobos zum Besten gab oder mittanzen, als die ugandische Gospelgruppe Himbisa Mukama auftrat. Egal, ob jung wie die Band Aber, Hallo! oder jung geblieben wie die Akkordeon-Gruppe der Stadt, alle waren für den guten Zweck dabei. Denn darum soll es hier nicht zuletzt gehen: So stellt beispielsweise eine Gruppe, die aus deutschen und syrischen Musikern besteht und auf der Bühne eine zweisprachige Version des weltbekannten Liedes »Bruder Jakob« mit Derbuka dargeboten hat, diesen Song online zum Download zur Verfügung. Der daraus erzielte Profit wird dann an die BI Asyl Regensburg gespendet, eine Initiative, die Asyl- und Menschenrechte unterstützt.

Der Erfolg des Konzerts und die Freude des Publikums und der Künstler sind ein wohl mehr als deutliches Zeichen für die besonders positive Stimmung den Flüchtlingen gegenüber, die in Regensburg herrscht. Dass die Stadt sich für Offenheit und Toleranz einsetzt, wurde auch durch das Statement von Oberbürgermeister Joachim Wolbergs deutllich, der das Publikum ermutigte, sich weiter für alle »Mitbürger der Stadt« zu engagieren.

Bis zum 10. Juni sind noch eine Menge Theaterstücke zu sehen, die besonderen Wert auf Integration und Toleranz legen, wie »Der Bus (Das Zeug einer Heiligen)« am 1. Juni oder das sehr berühmte Max Frisch- Drama »Andorra« am 2. Juni, sowie »Das schwarze Wasser« am 8. Juni.

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Text: Olga Lévesque
Fotos: Marie Salen und Clémence Renard

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